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Für 50 JahreZwölf bernische Waldbesitzer verzichten auf Bewirtschaftung

Die Besitzer erhalten dafür eine staatliche Entschädigung. So will der Kanton bis 2030 fünf Prozent der Waldfläche als Totalreservate sichern.

Die neuen Reservate befinden sich in den Alpen, Voraplen und im Berner Jura.
Die neuen Reservate befinden sich in den Alpen, Voraplen und im Berner Jura.
Nicole Philipp

Im Kanton Bern verzichten zwölf Waldbesitzer gegen eine staatliche Entschädigung für mindestens 50 Jahre komplett auf eine Bewirtschaftung. Das teilte die bernische Umweltdirektion am Montag nach Abschluss der Verhandlungen mit.

Der Kanton ist bestrebt, bis 2030 fünf Prozent der Waldfläche als sogenannte «Totalwaldreservate» zu sichern. 2017 lancierte er deshalb eine Ausschreibung: Interessierte Waldbesitzer sollten sich melden und auch gleich angeben, welche Entschädigung sie erwarten.

38 Waldbesitzer meldeten sich, 26 reichten ein konkretes Angebot ein und stiegen in die Verhandlungen mit dem Amt für Wald und Naturgefahren ein. In bisher zwölf Fällen konnte ein Vertrag abgeschlossen werden. So werden laut Kanton neue Totalwaldreservate mit einer Gesamtfläche von 870 Hektaren ermöglicht.

Die neuen Reservate befinden sich in den Alpen, Voralpen und im Berner Jura. Keinen erfolgreichen Vertragsabschluss gab es im Mittelland. Die finanziellen Anreize waren für die Waldbesitzer zu wenig hoch. Die Wälder im Mittelland sind gut erschlossen, und die Bewirtschaftung erfolgt in der Regel kostendeckend.

In einem Totalwaldreservat wird auf einer Fläche von mindestens 20 Hektaren für mindestens 50 Jahre komplett auf die Bewirtschaftung verzichtet. Durch den altersbedingten Zerfall der Bäume entsteht Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, die auf alte Bäume oder totes Holz angewiesen sind.

Dazu gehören verschiedene Vogelarten wie Spechte, Eulen, Kleiber, Meisen und Rotkehlchen, Säugetiere wie Fledermäuse, Eichhörnchen, Baummarder und Siebenschläfer, aber auch Insekten, Pilze, Moose und Flechten.

SDA