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Theater Biel SolothurnZwei Hampelmänner überlisten den Tod

Die Schauspieler Max Merker und Aaron Hitz erzählen im Stück «All You Can Be!» die Sage von Orpheus und Eurydike neu – als meisterhafte Marionettenmenschen.

Wie in einer überdimensionalen Puppenkiste: Aaron Hitz (links) und Max Merker beim theatralischen Fechtkampf.
Wie in einer überdimensionalen Puppenkiste: Aaron Hitz (links) und Max Merker beim theatralischen Fechtkampf.
Joel Schweizer

Eine unausgesprochene Regel unter Puppenspielern lautet: Man sollte eine Marionette nie auf ihr Gesicht legen. Nüchtern betrachtet eine absurde Angewohnheit. Und dennoch befolgt man sie intuitiv, war doch eine Puppe schon immer lebendiger als ein blosses Stück Holz.

Warum aber statten wir tote Figuren mit einer Seele aus? Es ist eine fast schon philosophische Frage, die sich durch den Abend «All You Can Be!» von Max Merker und Aaron Hitz zieht – eine gemeinsame Stückentwicklung, die im Titel das Freiheitsversprechen der Verwandlungskunst trägt.

Vor allem aber basiert die rund einstündige Uraufführung, inszeniert von Max Merker, auf der griechischen Sage von «Orpheus und Eurydike» – denn tut Orpheus im Grunde nicht das Gleiche wie wir mit unseren Puppen? Will er nicht auch den Tod überlisten mit dem Plan, Eurydike aus der Unterwelt wieder zurück ins Leben zu holen? Und wie macht man daraus einen Theaterabend, der sich nicht anfühlt wie ein geisteswissenschaftliches Seminar?

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