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Erst ich, dann du?

Die «Ausstellung für Dich» übt den Aufstand gegen die Ichbezogenheit unserer Zeit.

Kunst von Vreni Spieser: Hat dieses Shirt etwa recht?
Kunst von Vreni Spieser: Hat dieses Shirt etwa recht?

Sieht Zweisamkeit bald so aus: Wir streifen die Virtual-Reality-Brille über und setzen uns für ein paar Minuten mit dem programmierten Partner an einen Weiher? Vielleicht. Die Installation der Künstlerin Andrea Oki wagt einen ironischen Blick in die Zukunft: Wenn dereinst jeder und jede eine Ich-AG ist, werden wir auch unsere zwischenmenschlichen Beziehungen ökonomisieren müssen. Für die «Ausstellung für Dich» ging Helmhaus-Kurator Daniel Morgenthaler von einem aktuellen Thema aus: der Ichbezogenheit. Gegen diese üben er und rund zwanzig Kunstschaffende nun den Aufstand. «Wir sprechen heute von Trends wie der Selbstoptimierung und von einer ganzen ‹Generation Me›», so Morgenthaler. «Was aber passiert, wenn man jedes Ich einfach durch ein Du ersetzt?» Die «Ausstellung für Dich» ruft zum Dialog auf, zelebriert das Gegenüber. Wie das aussieht? Bisweilen sehr intim. Die ­Choreografin Simone Truong erforscht in einer Performance unser Verlangen nach Berührung und die Scham, diese Wünsche auszusprechen. Andernorts wirds politisch, etwa, wenn Tonjaschja Adler das Du zum zentralen Slogan ihrer Demo-Banner macht. Schliesslich geht es aber auch um das Verhältnis Künstler - Besucher. Für wen ist diese Schau? Kurator und Künstler diskutierten die Frage intensiv. Während der ­Ausstellung werden die Gespräche weitergeführt. Mit den Besuchern, wie Morgenthaler hofft. «Ich wünsche mir einen engeren Austausch. Die Künstlerinnen und Künstler sollen für die Besucher auch zum Du werden.» Na dann, auf zum Dialog.

Helmhaus, Limmatquai Vernissage: Do 18 Uhr Bis 19.11. Di–So 11–18 Uhr, Do 11–20 Uhr Eintritt frei

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