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Tiere mit Problemen

Michael Hatzius lässt auch im neuen Programm Puppen sprechen. Soll man sich das anschauen?

Beim Puppenspieler und seiner Echse fragt man sich schon mal, wer hier wen führt.
Beim Puppenspieler und seiner Echse fragt man sich schon mal, wer hier wen führt.

Die Echse, die Michael Hatzius berühmt gemacht hat, muss warten und das Publikum auch. Der aktuelle Abend des Puppenspielers und Komikers beginnt mit einer hässlichen Gummizecke. Die beschwert sich nicht nur berlinerisch-verbissen darüber, dass alle ins iPhone glotzen und keiner mehr durch Wald und Wiesen läuft, sondern meckert auch darüber, dass jede Menge Ungeziefer aus anderen Ländern zu uns kommt.

Hatzius lässt in «Echstasy» allerlei schräge Figuren auftreten: ein Karnickel, das von einer Karotte gepiesackt wird, ein Huhn mit Legehemmung und herber Familiengeschichte und irgendwann auch die Echse. Dieses fettwanstige, chauvinistische Reptil mit den Gesundheitslatschen und der Zigarre versorgt das Publikum gern mit grossspurigen Geschichten aus seinem langen Leben. Es erzählt aus Martins (Luther) Jugend und davon, wie es den Männern im Vatikan ein paar seiner «Hefte» geliehen hat. Oder aber es erklärt uns mithilfe einer Horde von Gummienten unsere Gesellschaft.

Sonderlich sympathisch sind Hatzius’ Kreaturen alle nicht. Der Berliner, der an der renommierten Schauspielschule Ernst Busch ausgebildet wurde, nutzt seine seltsamen Tiere vielmehr als Meinungssprachrohr, und das, was dann am anderen Ende rauskommt, ist neben aller Blödelei oft feinstes Kabarett.

So, 17 Uhr / Mo, 20 Uhr Miller’s Seefeldstr. 225 www.millers-studio.ch Eintritt 48 Franken

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