Kindsmörderin muss 11 Jahre ins Gefängnis

Sie hatte auf der Flucht in Spanien ihren 10-monatigen Sohn getötet. Nun ist die Bülacherin verurteilt worden.

Sie befürchtete, dass die Ärzte mit ihrem behinderten Kind experimentieren wollten, sagte die angeklagte Mutter in Spanien vor Gericht.

Sie befürchtete, dass die Ärzte mit ihrem behinderten Kind experimentieren wollten, sagte die angeklagte Mutter in Spanien vor Gericht. Bild: Kantonspolizei Zürich

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Im spanischen Elche musste sich heute Montag die Bülacherin Katharina Katit-Stäheli vor Gericht verantworten. Die Frau hatte an Heiligabend 2013 ihren zehn Monate alten Sohn Dylan aus einem Zürcher Spital nach Spanien entführt, nachdem ihr das medizinische Sorgerecht entzogen worden war.

Nach einem Monat auf der Flucht wurden sie und Dylan in Spanien von der Polizei aufgegriffen. Im Spital tötete die damals 40-Jährige ihren Sohn. Einen Suizidversuch überlebte sie schwer verletzt.

Staatsanwalt fordert 17 Jahre

Vor Gericht forderte die Staatsanwaltschaft 17 Jahre Haft wegen Mordes. Bereits am ersten Prozesstag kam es zu einer Einigung, wie die spanische Zeitung «La Vanguardia» schreibt. Katit-Stäheli akzeptierte eine Gefängnisstrafe von 11 Jahren. Sie gab zu, Dylan die Kehle mit einem Messer durchgeschnitten zu haben.

Ein Psychiater stellte bei ihr eine Persönlichkeitsstörung fest. Dadurch habe sie keinen anderen Ausweg sehen können, als Dylan zu töten. Vor Gericht sagte die Mutter, sie habe die Tat aus Angst begangen, dass die Ärzte ihr Dylan wegnehmen und mit ihm experimentieren würden. Sie sei Anhängerin von Homöopathie sowie hinduistischer und chinesischer Medizin. Dass Dylan an einem Wasserkopf litt, schob Katit-Stäheli einer Behandlung zu, die sie wegen einer Infektion in Anspruch genommen hatte, als sie schwanger war, aber davon noch nichts wusste, schreibt «La Vanguardia».

In Spanien seien Mutter und Sohn umhergereist, um die Spuren zu verwischen – bis sie gefasst wurden. Hält sich die Bülacherin nun an die Regeln, besteht die Möglichkeit, einen Teil der Strafe in der Schweiz abzusitzen.

(Übernommen von 20min.ch, bearbeitet von DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.11.2017, 15:53 Uhr

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