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SVP greift Fehr an – Mord im Seefeld wird zum Politikum

«Verhätschelungspolitik», «degoutante» Aussage eines Amtschefs: Der Mord im Seefeld veranlasst die SVP zu einem Angriff auf Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP).

«Linke Verkehrspolitik... äh... linke Verhätschelungspolitik»: SVP-Fraktionspräsident Jürg Trachsel nimmt SP-Regierungsrätin Jacqueline Fehr ins Visier. (Video: Lorenzo Petrò)

In einer Fraktionserklärung hat SVP-Politiker Jürg Trachsel an der heutigen Kantonsratssitzung von Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) «ein Ende der katastrophalen Verhätschelungspolitik» gefordert. Insbesondere kritisierte er, dass Fehrs Direktion nicht informiert habe, dass der Gefangene Tobias Kuster nach einem unbegleiteten Hafturlaub verschwunden sei.

Der 23-Jährige war am 23. Juni nicht in die Justizvollzugsanstalt Pöschwies zurückgekehrt. Am vergangenen Samstag wurde bekannt, dass Kuster gesucht wird, nachdem am 30. Juni im Seefeld ein 42-jähriger Mann ermordet worden war.

Vertuschung?

«Es geht nicht an, dass Schwerkriminelle ausbrechen oder unbegleitet Urlaub erhalten», sagte Trachsel. Und es gehe schon gar nicht an, dass die Öffentlichkeit über eine Woche nicht darüber informiert werde. «Es scheint offensichtlich, dass man etwas zu vertuschen versucht hat.» Trachsel sprach von einem Missstand und erinnerte daran, dass bereits im Februar der Insasse Hassan K. mithilfe der Aufseherin Angela M. aus dem Gefängnis entwichen war.

Trachsel knöpfte sich auch Thomas Manhart, Chef des Amts für Justizvollzug, vor. Dieser hatte nach der Flucht Kusters in der Sonntagspresse gesagt: «Das heisst aber nicht automatisch, dass der Prozess falsch abgelaufen ist.» Diese Aussage sei «den Hinterbliebenen des Niedergestochenen und der gesamten Bevölkerung gegenüber nicht nur sarkastisch, sondern geradezu degoutant», sagte Trachsel.

Justizministerin Fehr wird heute Nachmittag zum Fall Stellung nehmen. Redaktion Tamedia überträgt die Medieninformation live.

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