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Züri-Bar und Kontiki, Orte der Geborgenheit

Das Niederdorf verliert zwei legendäre Bars. Mit ihnen verschwindet ein Stück Zürcher Geschichte und die erweiterte Stube vieler Stammgäste.

Früher, als man in den Bars noch rauchen durfte, gehörte das Aschenbecherleeren zu den festen Aufgaben des ­Personals. In der Züri-Bar kamen Asche und Zigarettenstummel in einen Einwurf, der direkt in den Keller führte. Wenn es zu fest hinaufrauchte, griffen die Barleute einfach zum Champagnerkübel und löschten den Schwelbrand. Eines Abends Mitte der 80er-Jahre reichte das nicht, immer mehr Rauch füllte das Lokal, sodass der Barmann die Feuerwehr rufen musste. TA-Fotograf Reto Oeschger war vor Ort und drückte auf den Auslöser. Die Feuerwehrleute auf dem Bild seien nicht beim Feierabendbier, sondern noch in vollem Einsatz, erklärt Oeschger, langjähriger Stammgast der Bar.

Ende Jahr schliessen die Züri-Bar und das angrenzende Kontiki. Die beiden Lokale werden dem Zürcher Nachtleben fehlen. Seit Jahrzehnten treffen sich in diesen «Chnellen» Auswärtige und Quartierbewohner, für viele von ihnen sind die Bars wie ein Zuhause. Vielleicht, weil sich am Interieur und den Stammgästen kaum etwas geändert hat, seit die Lokale Mitte der 50er-Jahre eröffnet wurden. Wie Zeitkapseln bewahren die beiden Bars die Erinnerung an eine vergangene Zeit, in denen im «Dörfli» noch keine Fastfoodketten, Nobelantiquariate und Bildband-Büchereien zu finden waren.

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