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Velo-Bourgeoisie vs. Auto-Proletariat

Autofreunde deuten Strassensperren als Klassenkampf. Das ist ein originelles, aber verkehrtes Argument.

MeinungBeat Metzler
Autofreie Zone: Künstliche Strandpromenade an der Pariser Seine. Foto: Marlene Awaad (Bloomberg)
Autofreie Zone: Künstliche Strandpromenade an der Pariser Seine. Foto: Marlene Awaad (Bloomberg)

Ein tiefer politischer Riss zieht sich durch europäische Städte: Links-grüne Politiker wollen Autos weghaben. Rechtsbürgerliche drücken dagegen. Die Argumente beider Seiten ähneln und wiederholen sich – ob in Madrid, Oslo oder Zürich. Man kann sie bald mitsummen wie Sommerhits.

Nun erklingt aus Paris eine ungehörte Variation dieser Debatte. Letzte Woche beschloss die Stadtregierung, eine 3,3 Kilometer lange Schnellstrasse entlang des rechten Seine-Ufers zu schliessen. Für immer. Schon seit 2002 sperrt die Stadt diese Stadtautobahn während der Sommerferien, schüttet Sand auf den Asphalt, erzeugt Strandatmosphäre. Nun wird der beliebte Seine-Sommer aufs ganze Jahr ausgedehnt. Wo heute 43'000 Autos pro Tag vorbeirauschen, sollen Pärke und Cafés entstehen.

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