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Schulfrei wegen Lehrerkonferenz bald Vergangenheit

Die kantonsrätliche Bildungskommission will die Schulkapitel abschaffen. Stattdessen sollen Lehrer eine Vertretung in die Versammlung schicken. So würden keine Unterrichtsstunden mehr ausfallen.

Keine leeren Klassenzimmer wegen Lehrerkonferenz: Die Bildungskommission will ein Delegiertensystem einführen.
Keine leeren Klassenzimmer wegen Lehrerkonferenz: Die Bildungskommission will ein Delegiertensystem einführen.
Keystone

Die kantonsrätliche Kommission für Bildung und Kultur (Kbik) schlägt die Abschaffung der Schulkapitel und die Einführung eines Delegiertensystems vor. Den nun vorliegenden Antrag an den Kantonsrat hat die Kommission einstimmig verabschiedet, wie sie am Donnerstag mitteilte. Damit werde die öffentlich-rechtliche Mitsprache der Lehrerinnen und Lehrer der Volksschule in eine zeitgemässe, zukunftsfähige Form gegossen.

Anstelle der heutigen Lehrerkapitel schlägt die Kbik ein System von Delegierten vor. Die Delegiertenzahl solle der Hälfte der Kantonsratssitze eines Wahlkreises entsprechen. Das würde zu zirka 95 Vertreterinnen führen. Eine Minderheit der Kommisson beantragt dagegen eine Erhöhung auf zwei Drittel der Sitzzahl im Kantonsrat.

Keine Versammlungen während der Unterrichtszeit

Gewählt werden die Delegierten und die Ersatzdelegierten von allen kantonal angestellten Lehrerinnen und Lehrern, und zwar für jeweils vier Jahre. Welche Volksschul-Stufen in der Versammlung vertreten sein sollen, lässt die Kbik offen.

Ebenso ist auch für die Schulleitungen keine besondere Regelung vorgesehen. Die Schulleiter, die an der Volksschule unterrichten, sind somit auch Mitglieder der Lehrpersonenkonferenz.

Die Versammlungen der Delegierten sollen in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden. Damit erfüllt die KBIK den Grundsatz «Schule findet statt» sowie eine kantonsrätliche Motion, in der diese Forderung erhoben wurde.

Basisdemokratie gefährdet?

An den Kompetenzen der öffentlich-rechtlichen Lehrermitsprache ändere sich nichts. Somit erhalten Lehrer auch weiterhin Mitspracherecht bei Änderungen wesentlicher gesetzlicher Grundlagen und des Lehrplans, neuer Schulkonzepte, der Einführung obligatorischer Lehrmittel sowie des Nominationsrecht für die Volksschul-Vertretung im Bildungsrat. Ein direktes Wahlrecht, wie in der Vernehmlassung gefordert, lehnte die Kommission ab.

Der vorgeschlagene Systemwechsel sei in der Vernehmlassung grundsätzlich begrüsst worden. Allerdings seien Bedenken angemeldet worden, ob die Basisdemokratie gewahrt bleibe. Zudem gingen verschiedene Anträge ein, etwa zur Zahl der Delegierten oder zur Beibehaltung der Versammlungen während der Unterrichtszeit.

SDA/lcv

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