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Nasses Wetter lässt die Pilze spriessen

Die Pilzsaison ist eröffnet. Aufgrund des üppigen Regens hat sie früher begonnen als üblich. Die Kontrolleure stehen bereit.

Steinpilze und Eierschwämme gehören zu den liebsten Funden der Pilzliebhaber. Diese hier stammen aus dem Bündner Oberland (28. Juli 2014)
Steinpilze und Eierschwämme gehören zu den liebsten Funden der Pilzliebhaber. Diese hier stammen aus dem Bündner Oberland (28. Juli 2014)
Arno Balzarini, Keystone

Wie die Redewendung sagt, schiessen die Pilze derzeit allerorten aus dem Waldboden. Die Sammler sind bereits fleissig – und möchten ihre Ernten kontrollieren lassen. Die Experten der Zürcher Pilzkontrolle erhalten täglich Anfragen: «Seit zwei bis drei Wochen erhalten wir Anrufe von Pilzsammlern, die ihre Funde gerne kontrollieren lassen wollen», sagt der Leiter der Zürcher Pilzkontrolle, Ferdinand W. Uehli. Offiziell geht es bei der städtischen Pilzkontrolle erst am 23. August los. Doch wer jetzt schon erfolgreich auf Pilzjagd war, kann einen Termin vereinbaren, um seine Ausbeute kontrollieren zu lassen.

«Im Vergleich zu anderen Jahren haben wir schon sehr viele Anfragen», stellt Uehli fest. «Das hängt mit dem warmen und feuchten Wetter zusammen.» Fast jeden Tag rufe jemand an, «normalerweise haben wir Anfang August eine Anfrage pro Woche oder alle 14 Tage». Die Leute, die zur Kontrolle kommen, waren meist in den Bergen und haben beim Wandern Pilze gefunden. «Über die genauen Fundstellen geben Pilzler aber eher ungern Auskunft», sagt Uehli.

Steinpilze und andere Röhrlinge

Zu den Pilzen, die jetzt schon aus dem Boden spriessen, gehören auch die beliebten Steinpilze und andere Röhrlinge. Uehli selbst hat in der Nähe seines Wohnorts bei Winterthur bereits im Mai Pilze gefunden. Auch die dortigen Kontrolleure werden früher als in anderen Jahren von Pilzlern konsultiert. «Das feuchte und warme Wetter ist für das Pilzwachstum optimal», sagt Pilzkontrolleurin Barbara Löffel.

Die Winterthurer Pilzkontrollstelle hat bereits am Freitag ihre Türen geöffnet. Um Warteschlangen zu vermeiden, bitten die Pilzkontrolleure darum, die Pilze bereits im Wald zu säubern und nach Art sortiert mitzubringen. Ausserdem sollen die Sammler den Stiel nicht entfernen, da dieser hilft, die Art zu bestimmen.

Umstrittenes Sammelverbot

Auch mit einem hartnäckigen Gerücht räumen die Winterthurer Pilzexperten auf: Gekochte Pilzgerichte können am nächsten Tag durchaus aufgewärmt werden, ohne dass die Gesundheit Schaden nimmt, erklärt die Pilzkontrollstelle. Wichtig sei es, die Reste des Pilzgerichts sofort abzukühlen und im Kühlschrank aufzubewahren.

Auch auf das Sammelverbot an den ersten zehn Tagen eines Monats weist die Winterthurer Pilzkontrollstelle hin. An diesen Tagen bleibe auch die Kontrollstelle geschlossen. Ob das Sammelverbot wirklich Sinn ergibt, wird von Pilzexperten mittlerweile bezweifelt.

Der grüne Kantonsrat Andreas Wolf hat im letzten September zusammen mit Walter Schoch (EVP) und Carmen Walker Späh (FDP) ein Postulat eingereicht. Anstelle des zeitlich begrenzten Sammelverbots fordern sie einen Biotopschutz in ausgewiesenen Gebieten. Denn gemäss den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sei das Herumtrampeln auf dem Waldboden für das Myzel im Boden schädlicher als die Ernte der oberirdischen Fruchtkörper, schreiben die Postulanten. Der Regierungsrat hat jeweils zwei Jahre Zeit, um zu einem Postulat Stellung zu nehmen.

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