Zum Hauptinhalt springen

Mildes Urteil gegen Magdici wird rechtskräftig

Die Staatsanwaltschaft Limmattal-Albis hat die Berufung im Fall Angela Magdici zurückgezogen. Das milde Urteil gegen die ehemalige Gefängniswärterin wird rechtskräftig.

Die ehemalige Gefängnisaufseherin Angela Magdici im Januar vor dem Bezirksgericht Dietikon.
Die ehemalige Gefängnisaufseherin Angela Magdici im Januar vor dem Bezirksgericht Dietikon.
Walter Bieri, Keystone

Nach dem Urteil gegen die ehemalige Gefängniswärterin Angela Magdici, die aus Liebe einen Häftling befreite, zeigte sich die leitende Staatsanwältin Claudia Wiederkehr sehr unzufrieden: Magdici habe einen gefährlichen Sexualstraftäter entweichen lassen, sich als Richterin aufgeführt, den Rechtsstaat ins Lächerliche gezogen, sagte sie im Januar gegenüber den Medien. Das Urteil – 15 Monate Gefängnis bedingt – sei zu mild. Wiederkehr legte Berufung ein.

Angela Magdicis Verteidiger zeigt sich nach dem Urteil im Januar zufrieden.

Jetzt hat sie diese doch zurückgezogen. «Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Strafe mild beziehungsweise zu mild ist», sagt Wiederkehr. «Doch das Prozessrisiko war zu hoch.» Um eine teilbedingte Gefängnisstrafe zu erreichen, hätte man vor zweiter Instanz mindestens zehn Monate Gefängnisstrafe mehr erreichen müssen. «Das war unwahrscheinlich», erklärt Wiederkehr.

Dank der Berufung habe man aber in einer aussergerichtlichen Einigung erreicht, dass Angela Magdici die Schadenersatzforderung des Gefängnis Limmattal akzeptierte. Erst dann habe man sie zurückgezogen. Da die ehemalige Gefängniswärterin den Generalschlüssel mit auf die Flucht genommen hatte, musste die komplette Schliessanlage ausgewechselt werden. Kostenpunkt wie im Januar vor Gericht beziffert: 117'450 Franken. Die Forderung sei jedoch etwas reduziert worden, sagt Wiederkehr.

Ende Mai wird sich auch Hassan Kiko wegen der Flucht vor Gericht verantworten müssen. Der 28-jährige Syrer ist wegen Anstiftung zu Entweichenlassen von Gefangenen angeklagt. Die Staatsanwaltschaft verlangt eine unbedingte Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Sein Verteidiger Valentin Landmann wird auf Freispruch plädieren.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch