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In Wollishofen werden 74 Wohnhäuser abgebrochen

Drei grosse Genossenschaftssiedlungen im Zürcher Kreis 2 sollen Ersatzneubauten weichen. Die Abbrucharbeiten beginnen voraussichtlich im Frühling 2013.

Die Erneuerungswelle der Allgemeinen Baugenossenschaft Zürich (ABZ) erfasst in den nächsten Jahren Wollishofen. Nahezu 500 Personen, die in Häusern der Genossenschaft wohnen, müssen sich mit einer - mindestens vorübergehenden - Umsiedlung auseinander setzen. Die ABZ hat in diesem Gebiet Grosses vor. Sie plant, bis 2015 etappenweise drei ältere Siedlungen mit alles in allem 186 Wohnungen gänzlich abzubrechen und an ihrer Stelle neue Häuser aufzurichten.

Laut Martina Ulmann, Leiterin Vermietung und Kommunikation bei der ABZ, ist eine tiefgreifende Sanierung der insgesamt 74 Liegenschaften wenig sinnvoll und ohnehin nicht kostengünstiger. Entscheidend seien bauliche und strukturelle Mängel und namentlich auch ökologische Kriterien wie etwa ein zu grosser Energieverbrauch. Allein Neubauten könnten die Ansprüche des Minergie-Standards erfüllen und die Ringhörigkeit der Wohnungen reduzieren.

Und weil viele Häuser über keinen Lift verfügen, nehme man nun die Gelegenheit wahr, betagten Mieterinnen und Mietern oder Menschen im Rollstuhl den Zugang zur Wohnung zu erleichtern. Würde man die betreffenden Siedlungen lediglich renovieren, liesse sich überdies die Grösse der Wohnung nicht ändern.

Ängste und Emotionen im Quartier In den Ersatzneubauten möchte die ABZ mehr Wohnungen für Familien anbieten. Die Fläche wird dabei den Preis bestimmen. Eine 4,5-Zimmer-Wohnung von 100 bis 110 Quadratmetern dürfte netto auf der Basis des derzeitigen Hypothekarzinses alsdann zwischen 1500 und 1660 Franken kosten. Und obendrein über mehr Komfort (Minergie, Schallisolation, grösserer Balkon, zwei Nasszellen) verfügen.

Derzeit bezahlen die Mieterinnen und Mieter für eine kleinere 4-Zimmer-Wohnung, die rund 75 Quadratmeter umfasst, etwa 830 Franken.

Das Bauvorhaben der ABZ in Wollishofen ist aussergewöhnlich. Es löst unter den Mietern «selbstverständlich auch Ängste und Emotionen» aus, wie Martina Ulmann sagt. Darum führt die Genossenschaft im Herbst Befragungen bei den Bewohnern durch. Wer will in Wollishofen bleiben, wer in einen Neubau einziehen? Welche Wohnungsgrössen sind erwünscht? Wie hoch darf der Mietzins sein? Auf Grund der Antworten lasse sich dann sorgfältiger planen, so Ulmann weiter.

Gleichzeitig wird die ABZ zusammen mit einem externen Büro Daten über die künftige Entwicklung des Wohngebiets und die Bedürfnisse im Quartier erheben. Sie will daraus zum einen Erkenntnisse über Umgebung, Verkehr, Schulen, Altersbetreuung, Nachbarschaftshilfe und sozialen Mix gewinnen. Zum andern soll dieser «Masterplan», wie die ABZ diese Gesamtbetrachtung des Quartiers nennt, städtebauliche und architektonische Grundsätze festlegen. Im November tritt dann die Genossenschaft mit den Bewohnerinnen und Bewohnern an einem Workshop in Kontakt.

Neubauprojekte brauchen Mehrheit Das letzte Wort über die vorgesehenen Ersatzneubauten in Wollishofen haben schliesslich die ABZ-Mitglieder selbst. Sie befinden voraussichtlich an den Generalversammlungen im Juni 2011 und 2012 darüber.

Die fertigen Projekte, dessen Kosten noch nicht errechnet sind, werden im Winter 2010/2011 präsentiert. Damit die Allgemeine Baugenossenschaft Zürich ihre Pläne dereinst verwirklichen kann, muss bei der Abstimmung eine Mehrheit zustande kommen. Tages-Anzeiger

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