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Hässliche Töne gibts genug

Immer mehr Kirchen in Zürich stellen den Glockenschlag nachts ab. Sie beugen sich Anwohnerbeschwerden – ein Kulturverlust.

Wer von Lärm statt Geläut spricht, hat die abendländische Kultur nicht verstanden: Eine Glocke der Stefanskirche in Schwamendingen. Foto: Martin Rütschi (Keystone)
Wer von Lärm statt Geläut spricht, hat die abendländische Kultur nicht verstanden: Eine Glocke der Stefanskirche in Schwamendingen. Foto: Martin Rütschi (Keystone)

«Festgemauert in der Erden / steht die Form, in Ton gebrannt»: So beginnt eines der berühmtesten Gedichte unserer Sprache. Generationen haben es – früher – auswendig gelernt, aber auch in unserem Bewusstsein spuken noch Zitate und Merksätze daraus herum: «Von der Stirne heiss / rinnen muss der Schweiss» oder «Wo rohe Kräfte sinnlos walten» oder «Der Wahn ist kurz, / die Reu’ ist lang». Friedrich Schiller hat im «Lied von der Glocke» den ganzen Lebenskreis des Menschen ausgeschritten, von der Geburt über die Hochzeit bis zum Tod, mit Freud und Leid, Arbeit und Fest, Krieg und Feuersbrunst – und parallel gesetzt zu einem handwerklichen Arbeitsprozess, beschrieben in allen Details: dem Giessen einer Glocke.

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