Güggelgate im Zürcher Nobelquartier

Zwei Hähne krähen um die Wette. Mitten in der Stadt. Bis die Polizei einschreitet. Dann herrscht Ruhe. Aber nicht lange.

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Das ist eine wahre Geschichte. Es war einmal eine Familie in Zürich-Riesbach. Eine edle Familie mit grosser Vergangenheit und vielen Verdiensten. Sie bewohnte eine Villa mit prächtigem Umschwung. Eines Tages wünschten sich die Kinder Hühner im Garten. Also gab es Hühner, und Güggel dazu. Allerdings nicht einen Güggel, sondern zwei. Und wo zwei Männlein schlafen, erwacht der Konkurrenzgedanke.

Also krähten sie um die Wette. Es ging schliesslich darum, zu zeigen, wer das stimmigere Organ hat. Um die Weiblein zu beeindrucken. Wer anfing, erzielte schon einmal einen Treffer. Also musste es auch mal um 5.30 Uhr sein. The early bird catches the worm.

Wie die Wertung der Hennen ausfiel, ist nicht bekannt. Wenig Begeisterung ernteten die Streithähne bei den menschlichen Nachbarn. «Wir wollen auch im Sommer schlafen», sagten sie. «Wir ertragen städtischen Lärm, ist ja klar.» Aber auch noch ländlichen? 70 Dezibel? Mitten in der Stadt? Sonntags? Nein. Polizei!

Diese nahm die Anzeige ernst. Lärmbelästigung ist ein grosses Thema. Koch-Areal. Letzigrund. Razzia. Stets Schlagzeilen. Also ging der Lärmpolizist zur Familie. Diese war not amused. Doch nach etwas Hin und Her war eine Lösung gefunden. Die Güggel verschwanden.

Die Nachbarn schnauften auf. Beziehungsweise schliefen aus. Doch wenig später war der Albtraum wieder da. Geschrei aus dem Hühnerstall. Nicht mehr ganz so früh. Aber trotzdem. Die Nachbarn vermuten: Die Küken, Frucht aus glücklicheren Tagen, sind jetzt gross geworden. Und männlich. Das sagt der Experte: Den Hühnern fehlen die Güggel. Sie rufen nach ihnen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.10.2017, 11:10 Uhr

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