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Der freundliche Banker

Joe Ackermann (66), bekanntester Schweizer Banker und griechischer Ehrenbürger, zog 330 Personen aus Wirtschaft und Politik in seinen Bann.

Am «Tages-Anzeiger»-Meeting im Zürcher Schiffbau referierte der Banker Josef Ackermann über die Entfremdung zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Video: Jan Derrer

Er könnte vom Aussehen her auch ein alternder, gut erhaltener Schauspieler sein – wäre sein Deutsch nicht so schweizerisch. Erstaunlich für einen, der zehn Jahre Chef der Deutschen Bank war, diese an die Weltspitze geführt und Angela Merkel beraten hat. In der grossen Schiffbauhalle zeigte Joe Ackermann gestern ohne Federlesens, was er wirklich ist: ein geerdeter Mann vom Land, aus Mels (SG), der es im Militär zum Oberst und in der Schweizerischen Kreditanstalt zu Amt und Würden gebracht hat. Joe Ackermann ist kein Showman, wie es sein berühmtes Victory-Zeichen im Mannesmann-Prozess vermuten lässt. Im Gegenteil: Ackermann referierte eine Stunde knochentrocken, sehr überlegt, fast humorlos, äusserst routiniert und ohne den kleinsten Stotterer – extrem souverän also.

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