«Fast-Göttin» im Letzigrund

Wenn eine Popdiva vom Olymp herabsteigt, muss das auf Erden gebührend inszeniert werden. Beyoncés Roadies haben in Zürich Material aus 100 Trucks verbaut.

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Anita Merkt@tagesanzeiger

Die Fans können es kaum erwarten: Heute Abend wird im Letzigrund Popqueen und Weltstar Beyoncé ihren einzigen Auftritt in der Schweiz geben. Um die Show der 34-jährigen Halbgöttin perfekt in Szene zu setzen, arbeiten ihre Roadies seit letztem Donnerstag am Aufbau von Bühne, Sound- und Lichtanlagen.

Noch gestern waren hinter der zwei Meter hohen Metallabsperrung des Letzigrundstadions drei Kräne zu sehen. Mehr als 100 Lastwagen hat es gebraucht, um das benötigte Material nach Altstetten zu karren. Damit Beyoncés Tourtrucks vor der grössten Konzertlocation der Schweiz ohne Verzögerung entladen werden konnten, hat die Verkehrspolizei während der Aufbauwoche rund um das Letzistadion zahlreiche Parkplätze abgesperrt: Den Bienenparkplatz sowie Parkplätze an der Bienenstrasse, der Bullingerstrasse, der Baslerstrasse und an der Hardgutstrasse.

20'000 Würste

Das Grossevent der Superlative hält jedoch nicht nur Konzertveranstalter und Polizisten auf Trab. Damit Soundttechniker und Boxenschlepper während des Aufbaus verköstigt werden konnten, luden die Caterer ins eigens aufgebaute Foodzelt. Seit Montag steht gemäss einem im «Tagblatt» veröffentlichten Aufbauplan auch den Künstlern ein eigenes Catering-Zelt zur Verfügung. Der Fussballrasen des Stadions ist schon letzten Freitag abgedeckt worden. So wird er von den zahlreichen Helfern und Konzertbesuchern nicht zertrampelt.

Damit auch für das leibliche Wohl der Konzertbesucher gesorgt ist, arbeiten die Stadiongastronomen seit Tagen auf Hochtouren. Vor und während des Konzerts sind rund 400 Mitarbeitende des Gastrounternehmens ZFV im Einsatz. Auf die Beyoncé-Fans warten rund 20'000 Würste, 400 Kilogramm Pommes frites, 300 Kilo Chicken Nuggets und 30'000 Liter Bier.

Sonderwünsche bleiben geheim

Welche Wünsche die 2012 zur schönsten Frau des Jahres gewählte Popqueen Beyoncé Knowles hinter der Bühne erfüllt haben möchte und wo sie sich vor und nach dem Konzert aufhält, halten der Konzertveranstalter Act Entertainment aus Basel und dessen deutsche Partneragentur Live Nation GmbH geheim. «Wir sehen keine Veranlassung, uns zu Detailfragen zu äussern», beschied Pressefrau Katharina Wenisch aus Frankfurt.

Bekannt ist aufgrund der bereits erfolgten Auftritte, dass «Fast-Göttin» Beyoncé (Der Spiegel) ihre World Formation Tour mit Gastauftritten von Musikern wie Jack White und James Blake garniert. Ansonsten stellt die 34-Jährige, die zusammen mit dem rappenden Ehemann Jay Z «das bestbezahlte Celebrity-Paar der Welt» bildet (Forbes), ihr neues Album «Lemonade» vor.

Einschlägigen Websites zufolge bringt die Popdiva neben Musik und Tanz auch eine Message mit: Die Afroamerikanerin gilt als Feministin und machte sich auch den Slogan der schwarzen Bürgerrechtler «Black Lives Matter» (Schwarze Leben sind wichtig) zu eigen. An der Superbowl im Februar 2016 zollte die tanzende Popqueen mit einer militärisch inspirierten Choreografie den Black Panthers Tribut, die in den 60er-Jahren auch mit Waffen für die Rechte der Schwarzen kämpften.

Keine Tablets und Selfie-Sticks

Unerwünscht seien am Konzert im fast vollen Letzigrund Tablets, Selfie-Sticks, Nietengürtel, Taschen mit Ketten, Rollschuhe und Regenschirme, lässt Veranstalter Live Nation die Konzertbesucher wissen. Wer sich vor allfälligem Regen schützen wolle, nehme am besten eine Regenjacke mit, rät Wenisch.

Die Polizei erwartet aufgrund des Mega-Events und der Baustellen rund um die Hardbrücke ab 14 Uhr im Gebiet Letzigrund-Hardbrücke-Pfingstweidstrasse massive Verkehrsbehinderungen und rät Autofahrern dringend, das Gebiet grossräumig zu umfahren. Konzertbesuchern empfiehlt sie, die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Dafür wirbt die Stadtpolizei mit einem originellen Video, in dem der finnische Polizist Pekka Laitinen die Beyoncé-Fans zum Benutzen von Tram und Bus animiert.

Der finnische Polizist Pekka Laitinen gibt Tipps. (Video: Stadtpolizei Zürich)

Wie schon bei den Coldplay-Konzerten am 11. und 12. Juni empfiehlt der ZVV, nach Möglichkeit mit der S-Bahn zum Bahnhof Altstetten zu fahren, der von mehreren S-Bahnen bedient wird. Ab dem Bahnhofplatz am HB verkehren zudem Extra-Trams, die direkt zum Stadion Letzigrund fahren, sowie der Bus Nummer 31. Für die Rückreise nach dem Konzert setzen VBZ und SBB zusätzliche Fahrzeuge in alle Richtungen ein.

DerBund.ch/Newsnet

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