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Das ewige Licht in der Gerichtskantine

Die Stadt Zürich will zur 2000-Watt-Gesellschaft aufrücken. Doch ausgerechnet in einer Liegenschaft des Kantons hat man monatelang vergessen, das Licht auszulöschen.

Dauerbrenner: Seit der Wiedereröffnung des Zürcher Obergerichts nach Sanierungsarbeiten im Februar 2012 ging das Licht in der Cafeteria nicht mehr aus, schreibt ein -Leser.
Dauerbrenner: Seit der Wiedereröffnung des Zürcher Obergerichts nach Sanierungsarbeiten im Februar 2012 ging das Licht in der Cafeteria nicht mehr aus, schreibt ein -Leser.
Leserreporter

Die Stadt Zürich hat als erste Gemeinde der Schweiz die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft in ihrer Gemeindeordnung verankert. Auf allen Ebenen bemüht man sich, den Energieverbrauch zu senken und die Bevölkerung für die Thematik zu sensibilisieren. Das Gesundheits- und Umweltdepartement der Stadt Zürich bietet sogar ein Coaching für energieeffizientes Bauen und eine Umweltberatung für KMU an.

Doch ausgerechnet in einem Verwaltungsgebäude – wenn auch einem kantonalen – geht man mit schlechtem Beispiel voran, wie ein Leser von Redaktion Tamedia bemerkt. «In der Cafeteria des Obergerichts brennen seit Februar die Lampen 24 Stunden lang», hält er in einer Mail fest. «Ob es nun heller Tag ist oder mitten in der Nacht: Die teuren Designerteile sind immer eingeschaltet. Das passt irgendwie nicht in eine Stadt, die für die 2000-Watt-Gesellschaft kämpft.»

Minergie ist bei kantonalen Neubauten Standard

Beim Obergericht wusste man nichts von diesem energetischen Leck. «Wir sind froh über den Hinweis. Es ist natürlich keine Absicht, dass die Lichter in der Cafeteria so lange brennen, und wir werden diesen Fehler so rasch wie möglich beheben», betont Mediensprecherin Andrea Schmidheiny auf Anfrage.

Im Obergerichtsgebäude seien zahlreiche Bewegungsmelder angebracht. «An einigen Orten muss das Licht aber manuell ein- und ausgeschaltet werden. Dazu gehört die Cafeteria», so Schmidheiny. Man bemühe sich aber selbstverständlich darum, sparsam mit den Ressourcen umzugehen.

Darin unterscheidet sich das Zürcher Obergericht nicht von den übrigen kantonalen Verwaltungsstellen. Das Hochbauamt ist schon seit acht Jahren ISO-14001 zertifiziert und erstellt sämtliche kantonalen Neubauten im Minergie-Eco-Standard. Auch im teureren Minergie-P-Eco-Standard wird gebaut, allerdings muss in solchen Fällen der Kantonsrat über einen entsprechenden Zusatzkredit entscheiden. Öl- und Gasheizungen werden bei Sanierungen durch erneuerbare Energiesysteme ersetzt.

Strom zu 100 Prozent aus Wasserkraft

«Wir beziehen den Strom für unsere Liegenschaften in der Stadt Zürich bereits seit 2006 zu 100 Prozent aus Wasserkraft. Gesamtkantonal liegt der Anteil an erneuerbaren Energien für den Stromverbrauch in unseren Häusern bei 74 Prozent», betont Thomas Maag, Mediensprecher der Zürcher Baudirektion.

Trotzdem gibt es punkto Energieverbrauch keine Weisungen an die kantonalen Angestellten. «Wenn jemand vergisst, das Licht in einer unserer Liegenschaften abzuschalten, dann ist das sicherlich nicht optimal», gibt Maag zu. «Aber der Kanton investiert bei seinen Bauten viel in die Energieeffizienz, und die Angestellten werden für einen sorgsamen Umgang mit Strom sensibilisiert.»

Zu diesem Zweck werde auch eng mit Energo, dem Kompetenzzentrum für Energieeffizienz in Gebäuden, zusammengearbeitet. «Sie beraten uns in Energiefragen und geben Tipps, wie man auch im Kleinen Strom sparen kann», hält Maag fest. So werden die Multifunktionsdrucker in den Verwaltungsgebäuden über eine Zeitschaltuhr ein- und ausgeschaltet, damit sie während der Nacht nicht mehr in Betrieb sind, und die elektronischen Geräte in der Baudirektion sind jeweils an Stromsparschienen angeschlossen. «Sie ermöglichen es, mit einem Knopfdruck alle Geräte gleichzeitig auszuschalten», erklärt Maag. Bleibt bei so viel Bemühungen um Energieeffizienz nur noch zu hoffen, dass auch die Angestellten jeweils daran denken, nach getaner Arbeit den Off-Knopf zu drücken.

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