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Auf einer Dauerwelle schlafen

Die Spinnerei Toggenburger in Marthalen verarbeitet als letzter Schweizer Betrieb Pferdeschweife und Ochsenschwänze zu Matratzen. Auch die englischen Royals legen sich auf ihnen zur Ruhe.

Die Kordel aus hellem Schweifhaar würde jedem Seilziehen standhalten. Doch es ist nicht die Reissfestigkeit, die den Rosshaarstrick zu einem begehrten Gut macht. Und so hübsch die Girlande ist, zu der die Schweifhaare in Marthalen verdreht werden, sie wird später wieder auseinandergedreht. Die aparte Form ist lediglich Mittel zum Zweck. «Das Rosshaar wird bei uns gesponnen, um als Matratzeninhalt eine bessere Figur zu machen», sagt Betriebschefin Valérie Toggenburger. Die meterlangen Kordeln werden meist noch in der Spinnerei wieder auseinandergezupft. Das Spinnen und die weiteren Verarbeitungsschritte dienen lediglich dazu, die steifen Rossschweifhaare und die etwas weicheren Ochsenschwanzhaare zu kräuseln und zu Spiralen zu formen. So wird jedes einzelne Haar zur Sprung­feder und erhält die Eigenschaften, die es als Matratzenfüllung so begehrt machen. «Wenn der Schläfer sein Bett verlässt, dehnen sich Millionen kleiner Rosshaarsprungfedern wieder aus und bringen die Matratze zurück in ihre ursprüngliche Form», erklärt Toggenburger. Kombiniert mit den Wasser aufnehmenden Eigenschaften macht die Spiralform das Rosshaar zum unschlagbaren Füllmaterial für Matratzen.

Arbeit mit der Heugabel

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