Stadt tauscht Bauland in Höngg gegen alte Häuser am Züriberg

An der Sonnenbergstrasse will die Stadt Wohnungen zur Kostenmiete anbieten. SVP und FDP äusserten dagegen im Gemeinderat Bedenken.

In den Liegenschaften an der Sonnenbergstrasse wurden zwischenzeitlich Asylbewerber einquartiert. Foto: Tom Kawara (TA-Archiv)

In den Liegenschaften an der Sonnenbergstrasse wurden zwischenzeitlich Asylbewerber einquartiert. Foto: Tom Kawara (TA-Archiv)

Anita Merkt@tagesanzeiger

Zürich – Fast alle sprachen gestern Abend von einer Win-Win-Situation. Die Mehrheit des Gemeinderats stimmte dem Tausch eines unbebauten Grundstücks an der Emil-Klöti-Strasse in Höngg gegen zwei Mehrfamilienhäuser in Hirslanden zu. Die Häuser an der Sonnenbergstrasse 13/19 und am Jupitersteig 6/8 gehören der Spross Immobilien AG. In die Schlagzeilen gerieten sie Anfang 2014, weil in der Liegenschaft am Zürichberg mehrere Flüchtlingsfamilien einquartiert wurden. Die Vermietung der Häuser an die Asylorganisation Zürich (AOZ) ist jedoch bis September 2016 befristet.

Danach will die Stadt auf dem Grundstück den städtischen Werkhof unterbringen, der sich zur Zeit auf einem Nachbargrundstück befindet. Um die Immissionen im Wohngebiet zu verringern, soll der Werkhof auf dem vergrösserten Gelände in ein Untergeschoss verlegt werden. Darüber will die Stadt 40 gemeinnützige Wohnungen bauen. SVP und FDP zeigten sich vor allem mit diesem Teil des Vorhabens nicht einverstanden. Urs Fehr (SVP) sagte, der soziale Wohnungsbau führe dazu, dass in der Stadt niemand mehr Steuern bezahle. Bettina Balmer (FDP) könnte sich für «Kostenmieten an dieser Lage» allenfalls erwärmen, wenn die Kriterien bei der Vergabe der Wohnungen klar seien. Andernfalls wünsche sie sich dort eher Eigentumswohnungen. Bei der Abstimung enthielt sich jedoch lediglich die SVP der Stimme, alle anderen Parteien befürworteten den Tausch.

Keine Eigentumswohnungen

Die Spross Immobilien AG erhält von der Stadt die Auflage, an der Emil-Klöti-Strasse/Kürbergstrasse Wohnungen zu bauen, die während mindestens zehn Jahren vermietet werden. Ausserdem sichert sich die Stadt gegen eine Entschädigungszahlung von 855 000 Franken 18 Parkplätze in der Tiefgarage des geplanten Neubaus. Dies für den Fall, dass die Stadt auf dem Nachbargrundstück später ebenfalls Wohnungen bauen will. Da das Gelände sehr abschüssig sei, gestalte sich der Bau einer eigenen Tiefgarage schwierig, schreibt der Stadtrat.

Weil die Liegenschaft am Züriberg etwas mehr wert ist, als das Bauland oberhalb des Waidspitals, zahlt die Stadt an Spross-Immobilien einen Ausgleich von 620 000 Franken. Wann die Häuser am Züriberg durch Neubauten ersetzt werden sollen, ist zur Zeit noch offen.

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