Dachterrassen statt Billigwohnungen

Beim Limmatplatz saniert die Credit Suisse insgesamt sechs Liegenschaften. 40 Wohnungsmieter mussten dafür ausziehen. Die Gewerbetreibenden können aber bleiben.

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Jvo Cukas

Noch sind am Haus an der Limmatstrasse 125 über dem Take-away-Restaurant Millenium verschiedene Sprayereien zu sehen, die an die Demonstration und kurzzeitige Besetzung der Liegenschaft vom vergangenen Samstag erinnern: Laut Angaben der Aktivisten hatten rund 200 Personen gegen die Renovation einer ganzen Reihe Immobilien im Viereck Fierzgasse, Mattengasse, Limmatstrasse und Limmatplatz protestiert. Die Mieter müssten raus, die Häuser würden «luxussaniert». Laut den Demonstrierenden habe die Besitzerin Credit Suisse den Mietern klargemacht, dass ein Wiedereinzug nach den Renovierungsarbeiten wegen der höheren Preise nicht möglich sei.

Gewerbetreibende in den betroffenen Häusern, die nicht genannt werden wollen, bestätigen gegenüber DerBund.ch/Newsnet, dass im genannten Viereck umfassende Renovationen vorgesehen sind. Bereits seien beispielsweise in der Liegenschaft an der Limmatstrasse 125 die meisten Mieter ausgezogen. Nur wenige hätten einen Aufschub bis Anfang August bekommen, alle anderen hätten ihre Wohnungen bis Anfang April räumen müssen.

Sechs Liegenschaften betroffen

«Soweit wir bisher wissen, dürfen die Gewerbetreibenden in den Häusern aber bleiben. Darüber sind wir sehr froh.» Unter anderen sind die Bäckerei Jung, ein Uhrengeschäft, ein CD- und DVD-Laden, eine Denner-Filiale oder das bei Nachtschwärmern beliebte Take-away-Restaurant Millenium im genannten Viereck angesiedelt.

Die Credit Suisse bestätigt, dass insgesamt 40 Wohnungsmieter die Liegenschaften an der Fierzgasse 16, 18 und 22, an der Limmatstrasse 119, 122 und 125 sowie am Limmatplatz 1 und 2 verlassen müssen, wie Daniela Zulauf Brülhart, Leiterin Kommunikation Real Estate Asset Management, erklärt. Nicht ausziehen müssen die gewerblichen Mieter: «Die Geschäftsinhaber, Büromieter und Praxen bleiben während der Sanierung in den Liegenschaften.» Allerdings sei die Credit Suisse nicht Besitzerin der Gebäude, sondern verwalte sie in einem Immobilienfonds für Pensions- und Sozialkassen.

3,5 Zimmer für 2500 Franken

Zulauf sagt, bei den über 100-jährigen Liegenschaften lägen die «letzten grossen Eingriffe über 30 Jahre zurück», nun wolle man sie «den zeitgemässen Bedürfnissen entsprechend» sanieren. Vorgesehen seien Innensanierungen und der Bau von Dachterrassen. Die Arbeiten beginnen diesen Sommer und sollen bis im Sommer 2015 abgeschlossen sein.

Allerdings sei falsch, dass die Credit Suisse den bisherigen Mietern klarmachte, dass sie nicht wieder einziehen könnten. «Aufgrund des bisherigen Mietverhältnisses erhalten bisherige Mieter immer den Vorzug gegenüber neuen Mietern», erklärt Zulauf Brülhart. Die Mieten würden aber steigen. So seien marktübliche Preise vorgesehen, eine 3,5-Zimmer-Wohnung werde je nach Ausstattung zwischen 2000 und 2500 Franken kosten. Eine Verdoppelung der Mieten, wie dies die Aktivisten am Samstag monierten, sei nicht vorgesehen. Zum Vergleich: Laut den Demonstranten kostete eine 5,5-Zimmer-Wohnung in den Liegenschaften bisher 2400 Franken.

DerBund.ch/Newsnet

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