So löst Zürich das Raumproblem an Schulen

Die Stadt muss bis 2025 Räume für 300 neue Schulklassen finden. Dafür investiert sie mehr Geld, als der Rosengartentunnel kostet.

Das Schulhaus Freilager soll in Albisrieden und Altstetten den Schaulraummangel lindern. Viusualisierung: blink design zurich

Das Schulhaus Freilager soll in Albisrieden und Altstetten den Schaulraummangel lindern. Viusualisierung: blink design zurich

Der knappe Schulraum ist in der Stadt Zürich seit einigen Jahren ein Dauerthema. Am Wochenende etwa entscheidet das Stimmvolk an der Urne über das neue Schulhaus Freilager, von dem Gegner vehement behaupten, es sei für die boomenden Quartiere Albisrieden und Altstetten zu klein geplant worden.

Tatsache ist, dass die Bevölkerung in der Stadt stetig wächst, der Anteil der Kinder gar überproportional. Ab 2025 werden 20 Prozent zusätzliche Kinder die städtischen Volksschule besuchen, das entspricht 300 neuen Klassen. 150'000 Quadratmeter Schul-Geschossfläche hat die Stadt in den letzten 16 Jahren erstellt. Noch einmal so viel Fläche muss die Stadt nun in der Hälfte der Zeit bereitstellen. Dieser Herausforderung will die Stadt nun mit neuen Lösungsansätzen begegnen, wie sie heute vor den Medien erläutert hat.

Das Schulamt räumt in seinem Grundlagenpapier mit dem umständlichen Namen Teilportfoliostrategie Volksschulbauten ein, dass es den Schüleranstieg ab 2014 zwar prognostiziert habe, die Dringlichkeit nach zusätzlichem Schulraum damals aber unterschätzt habe. Um den derzeit benötigten Bedarf komplett mit definitiven Bauten abzudecken, hätte in der zweiten Hälfte der Nuller-Jahre die Geschossfläche um knapp 15 Prozent ausgebaut werden müssen. Weil die Zahl der Klassen damals wegen der Umsetzung des neuen Volksschulgesetzes und der Aufhebung der Kleinklassen abnahmen, stand der Ausbau nicht im Fokus.

1,8 Milliarden für Räumlichkeiten

Einige Neubauten sind bereits erstellt. Allein diesen Sommer nehmen drei neue Schulbauten den Betrieb auf: Die Schulhäuser Schütze und Pfingstweid im Neubauquartier Zürich-West und der Ersatzneubau Schauenberg. Um den kurzfristigen Bedarf an Schulraum abzudecken, werden weiterhin Züri-Modular-Pavillons eingesetzt und für Kindergärten und Betreuungseinheiten Räume zugemietet. Künftig sollen Räume auch für Schulklassen zugemietet werden. Im Schulkreis Letzi wird derzeit bereits die Nutzung von Gewerberäumen für Sekundarklassen geprüft.

Den Ausbau lässt sich die Stadt Einiges kosten. Bis 2028 will sie 1,8 Milliarden Franken in Volksschulbauten investieren. Ein Teil davon ist auch für die Instandsetzung bestehender Bauten vorgesehen. Die Stadt hat dafür einen befristeten Zusatzplafond geschaffen, der auf zehn Jahre verteilt 500 Millionen für den Nutzerbedarf vorsieht.

Expressgruppe gegründet

Um die Abläufe zu optimieren, hat die Stadt die Delegation Schulen gegründet. Ihr gehören neben Schulvorsteher Filippo Leutenegger (FDP), Hochbauvorsteher André Odermattt (SP) auch Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) an. Dazu gibt es neu eine Expressgruppe, die sich um die Anmietgeschäfte kümmert.

Die Zahlen, welche die Teilportfoliostrategie Volksschulbauten zutage bringt, sind eindrücklich. Darin nicht berücksichtigt ist allerdings der Raumbedarf der flächendeckenden Umsetzung der Tagesschule 2025.

Einige Beispiele:

  • Schülerzahlen: Die Anzahl Schülerinnen und Schüler hat seit 2001 um 5300 zugenommen.
  • Züri-Modular-Pavillons (ZM): Derzeit stehen in der Stadt 65 Pavillons, was rund 40'000 Quadratmetern Geschossfläche entspricht. Der Eindruck, dieser Anteil an der gesamten Schulraumfläche sei gross, täuscht. ZM-Pavillons betragen nur 5 Prozent der gesamten Geschossfläche alles Schulbauten.
  • Anmietungen: Die Zahl der Anmietungen hat sich seit 2001 mehr als verdoppelt. Von den 666 für die Volksschule genutzten Gebäude sind 203 angemietet. Flächenmässig ist die Zahl mit 6,5 Prozent in Mietobjekten relativ klein.
  • Fläche: Der Bedarf an Fläche für Schülerinnen und Schüler ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Auslöser ist insbesondere der Ausbau der schulischen Betreuung. Allein seit 2001 ist die Geschossfläche um 21 Prozent angestiegen.

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