Demo in Zürich beeinträchtigte diverse Tramlinien

Der Verkehr in der Innenstadt stand still. Laut Organisatoren demonstrierten 3000 Menschen für Solidarität mit Flüchtlingen.

Demo für Flüchtlinge im Mittelmeer: Die Polizei erwartete 3000 Teilnehmer. (1. September 2018) Video: Tamedia

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Ein Demonstrationsumzug zog am Samstagnachmittag vom Helvetiaplatz Richtung Hauptbahnhof. Der Verkehr zwischen dem Autobahnende in Wiedikon und dem Stauffacherquai kam während rund 20 Minuten zum Erliegen.

Auch der öffentliche Verkehr war betroffen. Auf den Tramlinien 2, 3, 4, 6, 7, 8, 9, 11, 13 und 14 kam es zu Umleitungen und Unregelmässigkeiten, wie die VBZ mitteilten. Die Verkehrsbetriebe rechneten mit Beeinträchtigungen bis 16.30 Uhr.

3000 Teilnehmer erwartet

Die Demonstranten hielten Plakate hoch, mit denen sie unter anderem gegen Gewalt aufriefen. Sie bezogen sich auf die Vorfälle in Chemnitz, wo es gleichzeitig zu einer Kundgebung kam.

Im Zentrum der Kundgebung standen sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und solidarische Städte. Laut den Organisatoren nahmen 3000 Menschen teil. Sie forderten, dass Schweizer Städte Geflüchtete aufnehmen sollten.

Die Kundgebung war bewilligt, wie die Zürcher Stadtpolizei auf Anfrage von DerBund.ch/Newsnet mitteilt. Die Polizei erwartete 3000 Teilnehmer.

Aufgerufen zu der Kundgebung hatte die internationale Bewegung «Seebrücke», wie einer Mitteilung zu entnehmen ist. Mitorganisatorin Anna Schmid forderte die Politik auf, das Sterbenlassen nicht länger schweigend hinzunehmen. Die Schweiz müsse endlich Menschen aufnehmen, anstatt möglichst viele Flüchtlinge nach Italien auszuschaffen. Sie erwarte von Stadtpräsident und Stadtpräsidentinnen, dass sie klar Position beziehen sollten.

Einsatz gegen Menschenhandel

Für ihn sei Seenotrettung kein Verbrechen, sondern eine humanitäre Pflicht, sagte Thomas Nuding, Kapitän des NGO-Schiffs «Sea-Eye». Die Zusammenarbeit «mit der sogenannten libyschen Küstenwache» müsse sofort gestoppt werden, und die «gesetzwidrig blockierten NGO-Schiffe» müssten ihre Arbeit wieder aufnehmen können.

Besonders Frauen seien bei ihrer Flucht durch die Sahara und Libyen sexueller Gewalt ausgesetzt, stellte Lina Rasheed von der FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration fest. Es brauche dringend sichere Fluchtwege.

(oli/sda)

Erstellt: 01.09.2018, 15:31 Uhr

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