Wer jetzt den Sechseläutenplatz mieten will

Viele Zirkusse fühlen sich durch die gestrige Abstimmung bestätigt – und erwägen, künftig auf dem Sechseläutenplatz zu spielen.

Für die Betreiber von «Das Zelt» ist der Umzug von der Kasernenwiese auf den Sechseläutenplatz eine Option.

Für die Betreiber von «Das Zelt» ist der Umzug von der Kasernenwiese auf den Sechseläutenplatz eine Option. Bild: Urs Jaudas

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Seit gestern ist es klar: 180 Tage im Jahr darf der Sechseläutenplatz belegt werden. Dies gibt der von der Zürcher Stimmbevölkerung mit 61,5 Prozent Ja-Stimmen angenommene Gegenvorschlag des Gemeinderats vor. Das sind zwar fünf Tage weniger als bisher, aber immer noch beinahe die Hälfte eines Jahres.

Bei derzeit 130 bis 140 belegten Tagen im Jahr stellt sich nun also die Frage, was mit den restlichen 40 bis 50 Tagen geschehen soll. Stadtpräsidentin Corine Mauch gab am Sonntag zu bedenken, dass es «gewichtige Gründe» brauche für neue Veranstaltungen. Und dass der Stadtrat, bei dem die Verantwortung für den Platz liegt, nicht «überborden» werde. Ein Nutzungskonzept soll die Belegung des zentralen Platzes regeln.

Im Konzept vorgesehen ist in der Zeit zwischen Filmfestival und Weihnachtsmarkt auch ein Herbstzirkus. Neben dem Knie, der jährlich im Frühling den Platz belegt, soll einmal im Jahr auch die Konkurrenz die Möglichkeit bekommen, an diesem lukrativen Ort zu spielen. Einen Tag nach der Abstimmung laufen die internen Diskussionen bei den Zirkussen entsprechend heiss.

«Wir wollen so rasch wie möglich auf den Platz»

Für «Das Zelt» etwa, das mit einem Programm aus Comedy, Gastronomie und Musik seit vielen Jahren durch die Schweiz tourt und in Zürich jeweils auf der Kasernenwiese Halt macht, sei es interessant, die neue Situation nach dem Abstimmungswochenende erneut zu prüfen, wie eine Sprecherin sagt.

Auch der Circus Monti, der 2014 bereits einmal auf dem Sechseläutenplatz gastierte, möchte nun seine Bemühungen um ein weiteres Gastspiel intensivieren. «Wir wollen so schnell wie möglich wieder in die Innenstadt», sagt der Zirkusdirektor Johannes Muntwyler. Er fühle sich durch das deutliche Abstimmungsergebnis bestätigt und sagt: «Jetzt können wir endlich konkret mit der Stadt diskutieren.»

«Durchaus interessant», sagt auch der Sprecher des sogenannten Liebeszirkus «Oh la la» von Grégory Knie. Als Option wäre der Sechseläutenplatz deshalb geeignet, weil der Standort in der Innenstadt im Gegensatz zum jetzigen in Dübendorf Laufkundschaft vorweise. Doch konkret geplant sei bisher noch nichts, sagt der Sprecher.

Investitionen wären nötig

Einer der Gründe für das Zögern ist das grosse Vorzelt, das zum Erotikzirkus gehört, aber nicht ins Konzept des Platzes passt. Auch für «Das Zelt» wäre ein Gastspiel auf dem Sechseläutenplatz nicht ohne Investitionen möglich. Derzeit sei man aber dabei, diese zu prüfen. Bereits den Vorgaben des Platzes angepasst hat sich dagegen der Circus Monti. Vor dem Gastspiel 2014 hat er sich 180 Betonpfeiler giessen lassen, um das Vorzelt zu befestigen.

Für die kleineren Zirkusse Stey und Nock kommt die Belegung des Sechseläutenplatzes derzeit nicht infrage. Ob dies allerdings in Zukunft so bleibe, sei noch ungewiss.

Für die Veranstalter des Weihnachtsdörflis, die ebenfalls für das Street Food Festival auf der Hardturmbrache verantwortlich zeichnen, ist eine Verlegung des Festivals bisher keine Option. Auch wenn eine Durchführung in der Innenstadt mit weniger Kosten verbunden wäre. Doch gehe man bei der Eingabe für das Essensfestival nicht mit Wünschen betreffend Ort auf die Stadt zu, sondern lasse sich einen solchen zuweisen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.06.2018, 16:23 Uhr

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