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Zu entdecken: Die jungen Alten

Die Lebenserwartung in der Schweiz steigt, und mit ihr entsteht eine neue Generation: Rüstige Rentner, die konkrete Wünsche an die Gesellschaft äussern.

Als 1948 die AHV und das Rentenalter in der Schweiz eingeführt wurden, war man mit 65 alt und mit 70 ein Greis. Das Rentenalter blieb bei 65, die Lebenserwartung hat sich verändert. Ein heute 60-jähriger Mann hat laut Bundesamt für Statistik im Schnitt noch 23 Jahre vor sich, eine Frau 26. Und die Chancen, dass sie einen grossen Teil davon ohne grössere Behinderungen oder schwere Krankheiten verbringen, sind gross. Der medizinische Fortschritt und der Wohlstand haben uns fast eine ganze Generation geschenkt. Nur haben wir diese nicht richtig wahr­genommen.

Diese jungen Alten gilt es zu entdecken. Sie sind mobil, doch brauchen sie hie und da eine Sitzgelegenheit. Sie sind interessiert, doch wollen sie sich nicht nur Ausführungen zu Rheuma und Inkontinenz anhören. Sie wollen sich austauschen, aber nicht nur beim Lottospiel am Altersnachmittag. Sie wollen etwas leisten, aber nicht immer ohne Lohn. Sie würden auch aus ihren zu grossen Wohnungen ausziehen, wenn es zahlbare kleinere gäbe. Sie gingen gern mit der Mode, doch schickt man sie im Kleidergeschäft zu den Ladenhütern. Sie gehen ins Theater, doch fühlen sie sich fehl am Platz, weil Kulturschaffende darüber jammern, dass nur alte Leute im Zuschauerraum sitzen.

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