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Warum die Schwächsten drangsaliert werden

Fahrschüler auf Zürichs Strassen haben es schwer. Weshalb das «L» am Wagen andere Verkehrsteilnehmer aggressiv macht, erklärt Verkehrspsychologe Raphael Denis Huguenin.

Frustration bei Sichtung des «L»: Fahrschülerin in Zürich (Bild: 2005).
Frustration bei Sichtung des «L»: Fahrschülerin in Zürich (Bild: 2005).
Keystone

In der Stadt Zürich werde das Verhalten von Autofahrern gegenüber Lernfahrenden immer aggressiver, heisst es in einem heute erschienenen Artikel auf Tagesanzeiger.ch. Als Verkehrspsychologe und Präsident des Schweizerischen Fahrlehrerverbandes: Machen Sie ähnliche Erfahrungen?

Einerseits gibt es seit langer Zeit den Hinweis, dass im Strassenverkehr mehr gedrängelt wird, Rotlichter öfter überfahren werden, das Verhalten also allgemein aggressiver geworden ist. Andererseits gibt es immer weniger schwere Unfälle, bei denen Menschen getötet oder schwer verletzt werden. Dies ist ein Widerspruch. Was Lernfahrer betrifft, so stehen diese in der Wahrnehmung anderer oft im Weg oder fahren bei Rotlichtern langsam an. Auch höre ich von Fahrlehrern immer wieder, dass sie an blöden Stellen überholt werden. Von einer klaren Zunahme von aggressivem Verhalten gegenüber Fahrschülern höre ich aber zum ersten Mal.

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