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Nikolaus ist eine gute Wahl

Zwischen Besinnlichkeit und Angst: Am Sonntag zogen in verschiedenen Gemeinden die Chläuse ein.

Wunderschöne Laternen und scharfes Geknalle der Geislechlöpfer weckten in Dietikon wechselvolle Gefühle. Foto: Giorgia Müller
Wunderschöne Laternen und scharfes Geknalle der Geislechlöpfer weckten in Dietikon wechselvolle Gefühle. Foto: Giorgia Müller

Der Knirps ist sich seiner Wahl ganz sicher: «Mein Liebling ist das Eseli, doch wählen würde ich den weissen Samichlaus.» Und nicht den zwar lustigen, aber auch etwas gfürchige Schmutzli. Und schon gar nicht diese lauten Geislechlöpfer. Gestern zogen in verschiedenen Gemeinden die Chläuse ein, so etwa in Horgen, Wädenswil, Bülach, Zürich oder eben in Dietikon, wo dieser traditionelle Anlass ein ganz besonderes Gepräge hat: Kurz nach 17 Uhr gehen in der Stadt die Strassenlampen aus, und Nikolaus zieht aus dem Guggenbühlwald ins Zentrum hinunter. Erst hört man den scharfen Knall der Geislechlöpfer, bei deren Erscheinen die Zuschauer unweigerlich die Köpfe einziehen. Dann sticht der Rauch der Holzfeuer in die Nase, welche im Umzug mitgetragen werden. Die Triichlergruppen sorgen für das Urtümliche, die Chlausemusig weckt Wehmut, und die wunderschönen Laternen der Infulnträger stimmen besinnlich. Dann kommt der fast majestätische wirkende Oberchlaus, der segnend und winkend vorbeizieht. Der von der St.-Niklaus-Gesellschaft organisierte Chlauseinzug versetzt die vielen Zuschauer in diese wechselvolle Gefühlslage, die dem Advent eigen ist – und zu der immer auch etwas Angst vor dem Schmutzli gehört. Auch bei den Erwachsenen.

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