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Ein liberaler Gentleman

Alt-Kantonsrat Jörg Rappold war bekannt für seine klaren Worte – auch gegen die eigene Partei. Der FDP-Politiker ist 80-jährig gestorben.

«Das liberale Gewissen der freisinnigen Fraktion»: So würdigte die NZZ den verstorbenen Jörg Rappold.
«Das liberale Gewissen der freisinnigen Fraktion»: So würdigte die NZZ den verstorbenen Jörg Rappold.
Keystone

Die drei Todesanzeigen für Jörg Niklaus Rappold stehen für drei Wirkungskreise des Anwalts von der Goldküste. Eine der Familie, eine seines Anwaltsbüros und eine seiner Zunft erschien gestern in der «Neuen Zürcher Zeitung». In der Reihe fehlt die FDP: Für die Partei politisierte Rappold von 1989 bis 1999 im Zürcher Kantonsrat und vertrat sie später zwei Jahre im Verfassungsrat. Rappold war ein Mann der klaren Worte, bekannt für seine Konsequenz, aber auch für seine Fähigkeit, einen Konsens zu finden. Er verstand es, auf den Punkt zu formulieren. War es in Reden vor dem Kantonsrat, in Zeitungs­artikeln oder Leserbriefen. «So scharfzüngig wie er war im Kantonsrat keiner», schrieb der TA zu seinem Rücktritt. Wenn er das Wort ergriff, «konnte sich die linke Ratsseite auf Bosheiten à discrétion gefasst machen». Die NZZ vermisste schon bald nach seinem Rücktritt die Voten des «FDP-Urgesteins», der Jahr für Jahr die Frage nach der (Teil-)Privatisierung der ZKB stellte.

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