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Der Sinkflug der Zürcher Frauen

Nur wenig hat gefehlt, und die Zürcher Regierungsratswahl vom April wäre eine so männliche Angelegenheit geworden wie letztmals vor einem Vierteljahrhundert.

Gerade mal vier FDP-Delegierte hätten gestern Donnerstag gereicht, um die Zürcher Regierungsratswahlen geschlechtermässig auf das Niveau der frühen Neunzigerjahre zurückzuwerfen. Hätten sie ihre Stimme Thomas Vogel statt Carmen Walker Späh gegeben, würde das Kandidatenfeld in diesem Jahr nur zwei Frauen umfassen: Jacqueline Fehr von der SP und Silvia Steiner von der CVP.

Dieses Szenario hat die FDP abgewendet, wohl nicht zuletzt aus wahltaktischen Erwägungen. Trotzdem müsste für die Frauen einiges zusammenpassen, damit sie künftig wieder die Hälfte der Kantonsregierung stellen wie in den Jahren 1999 bis 2011. Namentlich CVP-Kandidatin Silvia Steiner müsste es gelingen, trotz der beschränkten Wählerbasis ihrer 5-Prozent-Partei dem Grünen Martin Graf den vor vier Jahren verlorenen Sitz ihrer Partei wieder abzujagen. Die letzte weibliche Kandidatin einer kleineren Partei, Maja Ingold von der EVP, war 2011 ohne Chance.

Eine gute Erfolgsbilanz

Generell haben weibliche Kandidatinnen im Kanton Zürich aber eine gute Erfolgsbilanz, seit die SP-Politikerin Hedi Lang 1983 als erste Frau einen Regierungsratssitz eroberte. Die Grüne Verena Diener scheiterte Ende der Achtzigerjahre zwar im ersten Anlauf, genauso wie später die SP-Kandidatinnen Vreni Müller-Hemmi und Dorothee Jaun. Danach schafften bis auf Ingold aber alle die Wahl. Das führte dazu, dass 2003 der Regierungsrat erstmals weiblich dominiert war: mit Regine Aeppli (SP), Verena Diener (Grüne), Dorothée Fierz (FDP) und Rita Fuhrer (SVP).

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