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Das Ja-Komitee rechnet anders

Die Initianten der Klassengrössen-Initiative werfen ihren Gegnern vor, mit falschen Zahlen Stimmung gegen die Initiative zu machen.

Wie teuer ist die Klassengrössen-Initiative? Sekundarschüler lösen Mathematik-Übungen. Foto: Christian Beutler (Keystone)
Wie teuer ist die Klassengrössen-Initiative? Sekundarschüler lösen Mathematik-Übungen. Foto: Christian Beutler (Keystone)

Zu teuer, zu starr: Die Gegner der Klassengrössen-Initiative – darunter die Regierung und eine Mehrheit des Kantonsrates – lehnen die Vorlage vor allem deshalb ab, weil die Umsetzung viel zu viel koste und in der Realität Probleme bereite. Die Initiative fordert eine Maximalzahl von 20 Schülern pro Klasse.

Das Ja-Komitee rund um EVP, SP und Lehrerverbände ZLV, SekZH und vpod wirft den Gegnern nun aber vor, falsche Fakten zu verbreiten. Falsch seien vor allem die von Regierung und Gegnern angegebenen Kosten von 120 Millionen Franken. Eine eigene Berechnung habe Kosten von nur rund 89 Millionen Franken ergeben, teilte das Initiativkomitee heute Donnerstag an einer Medienkonferenz mit.

Der Unterschied komme daher, dass Regierung und Gegner die Vorlage falsch verstünden. Die Befürworter verlangen zwar eine Obergrenze von 20 Kindern pro Klasse. «In der Realität soll das aber mit Augenmass umgesetzt werden», sagte Johannes Zollinger (EVP).

Augenmass bedeutet: Sobald es 21 Kinder sind, muss die Lehrerin entlastet werden, etwa mit stundenweisem Teamteaching. Regierung und Initiativ-Gegner gehen in ihrer Rechnung aber davon aus, dass die Klasse geteilt wird. So kommt sie auf einen Zusatzbedarf von 1350 Stellen. Die Initianten hingegen rechnen mit «nur» 1000 Stellen.

Reformen brachten Lehrern wenig

Von den ganzen Neuorganisationen der vergangenen Jahre würden die Lehrerinnen und Lehrer kaum profitieren, sagte Zollinger weiter. Auch vom Entlastungsprojekt «Belastung-Entlastung» sei wenig Substanzielles übriggeblieben. «Es ist Zeit, endlich Nägel mit Köpfen zu machen und die Lehrer richtig zu entlasten.»

Der Gegenvorschlag sei zwar besser als nichts, aber viel zu zahm, sagte Zollinger weiter. Der Gegenvorschlag sieht vor, die Schülerzahl generell um 0,2 pro Klasse zu senken. In der Realität würden damit rund 100 neue Vollzeit-Lehrerstellen in einem kantonalen Pool geschaffen, der nach Bedarf genutzt werden kann.

Heute gilt Richtzahl von 25 Kindern

Das Problem von zu grossen Klassen ist quer über das ganze Kantonsgebiet bekannt, variiert aber vor allem je nach Bautätigkeit in den Gemeinden. Eine Auswertung aus dem Schuljahr 2011/2012 zeigt, dass von den damals knapp 6600 Klassen etwas über 3600 – also mehr als die Hälfte – die Initiative bereits erfüllt hätten.

Bei den anderen fast 3000 Klassen wäre hingegen Entlastung für die Lehrperson angezeigt gewesen. Zurzeit gilt im Kanton Zürich eine Richtzahl von 25 Schülern pro Klasse. Massnahmen müssen aber erst ergriffen werden, wenn diese Zahl während längerer Zeit um 3 überschritten wird, also die Klasse 29 Kinder oder mehr zählt.

SDA/ham

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