Kampf für einen rauchfreien HB

Die grosse Halle und die Perrons im Hauptbahnhof sollen rauchfrei werden. Die Forderung kommt von einem, der weiss, wovon er spricht.

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Jvo Cukas

Kürzlich machte Erich Gerber einen Rundgang in der grossen Halle des Hauptbahnhofs Zürich. Es war neun Uhr morgens, die grossen Pendlerströme waren schon an ihre Ziele gelangt. Doch trotz weniger Leute stieg Gerber ständig Nikotinrauch in die Nase. «Ich zählte insgesamt 61 Raucher, die dort herumstanden», erinnert sich der ehemalige Tourismusdirektor von Zürich.

Auch auf den Perrons macht Gerber bei ankommenden Zügen oft die gleiche Erfahrung: «Kaum öffnen sich die Zugtüren stecken sich manche, meist jüngere Leute, eine Zigarette an.» An die Passivraucher denke keiner. Deshalb ist für den 82-Jährigen klar: «Zu ihrem Schutz muss der ganze Bahnhof rauchfrei werden.»

Frischluftzufuhr laut Gerber ungenügend

Gerber, der zeitlebens nie rauchte, gibt vor allem zu denken, dass mit dem Ausbau des Hauptbahnhofs – gerade wurde der Bahnhof Löwenstrasse eröffnet – bis zu einer halben Million Menschen pro Tag dort ein- und aussteigt. Schon jetzt komme die Frischluftzufuhr in der grossen Halle den Rauchschwaden nicht nach, ist das BDP-Mitglied überzeugt. «Obschon diese Halle hoch und weit ist, stört der Tabakrauch.»

Deshalb will er nun sondieren, ob seine Partei sich aktiv für einen rauchfreien Hauptbahnhof einsetzen kann. Eine Zusammenarbeit mit der Lungenliga oder der Fachstelle Zürich rauchfrei sei zudem angedacht. «Viele Länder gehen beim Schutz vor Passivrauch weiter als wir. Ist es wirklich nötig, die Gesundheit der Reisenden im HB Zürich aufs Spiel zu setzen?», fragt sich Gerber.

SBB mit jetziger Lösung zufrieden

Die SBB wollen sich «zu laufenden politischen Diskussionen grundsätzlich nicht äussern», wie Sprecherin Franziska Frey gegenüber DerBund.ch/Newsnet sagt. Nur so viel: Mit der jetzigen Regelung, wonach in geschlossenen Räumen und auf Zirkulationsflächen im Bahnhof nicht geraucht werden darf, hätten die SBB «dem expliziten Kundenbedürfnis nach mehr Reisequalität und dem Schutz vor dem Passivrauchen Rechnung getragen». Laut Frey hat sich diese Regelung bewährt «und wird sowohl von Rauchern als auch von Nichtrauchern akzeptiert und geschätzt».

In einem Mail an BDP-Mann Gerber selbst äusserte sich der SBB-Kundendienst im März 2013 klarer: Die SBB würden sich einem allfälligen Trend in Richtung mehr Nichtrauchen anpassen. «Jedoch wird in dieser Thematik keine weitere Vorreiterrolle eingenommen, da nach unserer Ansicht in diesem Bereich die politische wie gesetzliche Unterstützung bisher noch fehlt.»

Wie stehen Sie zur Einführung eines kompletten Rauchverbotes am Zürcher Hauptbahnhof? Nehmen Sie teil an der Umfrage.

DerBund.ch/Newsnet

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