Grundeinkommen in Rheinau: Jetzt fehlt nur noch das Geld

Für den Test des bedingungslosen Grundeinkommens in Rheinau ZH sind genügend Anmeldungen eingegangen. Sind sie alle gültig, fehlen bloss noch drei bis fünf Millionen Franken.

Wollen die Rheinauer das Grundeinkommen? Wir haben im Juni Einwohner befragt, was sie von der Idee halten und ob sie mitmachen wollen. (6. Juni 2018) Video: Tamedia

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Bis am Montagvormittag sind beim Rheinauer Projekt für ein bedingungsloses Grundeinkommen über 650 Anmeldungen eingegangen. Falls sie alle gültig sind, könnte das Projekt somit in die nächste Phase gehen: eine Geldsammel-Aktion.

Noch können sich die Rheinauer anmelden, wenn sie beim Projekt mitmachen möchten. Die Gemeinde wird am 17. September informieren, ob die eingegangenen Anmeldungen gültig sind.

Drei bis fünf Millionen sind nötig

Sollten trotzdem noch einige wenige Anmeldungen fehlen, kann die Frist noch verlängert werden. Sind die nötigen Anmeldungen beisammen und auch gültig, so wird die Geldsammel-Aktion gestartet. Etwa drei bis fünf Millionen Franken müssten von Privaten und Stiftungen zusammenkommen.

Anfang September wurde die Bevölkerung an einem gut besuchten Anlass über das Experiment informiert. Im Sekundentakt landeten danach die Anmeldeformulare in der Abstimmungsurne, die dafür beim Eingang der Mehrzweckhalle aufgestellt wurde. Beim Versuch für ein bedingungsloses Grundeinkommen können alle mitmachen, die bereits in Rheinau leben. Von den bedingungslosen 2500 Franken profitieren aber nur jene finanziell, die weniger als diesen Betrag verdienen.

Rheinau testet das bedingungslose Grundeinkommen – die Stimmbürger sind überrascht. Video: Martin Sturzenegger

Wer mehr Einkommen hat, muss das Grundeinkommen, das jeweils Anfang Monat aufs Konto kommt, zurückzahlen. Diese Teilnehmer würden zwar nicht finanziell, aber von den Erfahrungen im Dorf profitieren, sind die Verantwortlichen um Filmemacherin Rebecca Panian überzeugt. Sie wird das Projekt filmisch begleiten.

Auch Kinder können angemeldet werden

Lohnenswert könnte es hingegen für Familien werden, denn Kinder können auch dann angemeldet werden, wenn ihre Eltern mehr als 2500 Franken verdienen. Pro Kind soll es 625 Franken geben, wovon allerdings noch die Kinderzulage abgezogen würde.

Ein Wissenschaftsteam will das Projekt begleiten und die Veränderungen in der Gemeinde beobachten. Untersucht werden soll die Wirkung auf Familien, die Kaufkraft und das gesamte Dorfleben.

(mch/sda)

Erstellt: 10.09.2018, 09:46 Uhr

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