Die Übersicht zum Frühlingsbeginn

Zum ersten Mal in diesem Jahr wurden heute Temperaturen von über 20 Grad gemessen. Das warme Wetter hat nicht nur positive Folgen.

  • loading indicator

Das Wetter zum kalendarischen Frühlingsbeginn heute Donnerstag ist so warm wie noch nie in diesem Jahr: Die Temperaturen klettern bis auf 21 Grad. Auch in den letzten Tagen und Wochen konnten die Sonnenhungrigen nicht klagen. Der seit Messbeginn drittwärmste Winter hat nicht nur Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch auf die Menschen. Eine Übersicht:

Pollen früher unterwegs

Wegen des sonnigen und warmen Wetters konnte die Hasel ihre Blüten voll entfalten. Die Messungen haben ergeben, dass die Hasel nicht nur früher, sondern auch stärker blühte als im Mittel der letzten Jahre. «In Zürich wurden 15 Tage mit starkem Haselpollenflug gemessen», sagt Regula Gehrig, Biometeorologin bei Meteo Schweiz. Das seien rund 9 Tage mehr als das Mittel. Anders sieht es jedoch bei der Erle aus. Hier wurden im Schnitt nur 6 Tage mit starkem Pollenflug gemessen. Dies sei leicht unter dem Schnitt. «Die Erle könnte dabei stärker auf Trockenheit reagiert haben», vermutet Gehrig.

Wichtigste Auslöser für Pollenallergien

Der Saisonstart für Birkenpollen steht kurz bevor. Die Modellprognosen von Meteo Schweiz haben geringe Mengen an Birkenpollen festgestellt, welche mit den Südwestwinden in die Schweiz transportiert werden können. «Für Allergiker kann dies bereits Auswirkungen zeigen – auch wenn sie bei uns noch nicht blühen», sagt Gehrig. Wegen der milden Tage im Februar und März haben die aus dem südlichen Ausland einen «Vorsprung von rund fünf bis zehn Tagen auf das Mittel».

Allergiker können aufatmen

In den bevorstehenden Tagen kühlt das Wetter etwas ab. Der Pollenflug wird dabei unterbrochen. Für die hiesigen Eschen und Birken bedeutet dies also einen verzögerten Saisonbeginn. «Für die Personen, welche auf Birkenpollen stark reagieren, bedeutet das eher kühle Wochenende also noch etwas Ruhe vor dem Auftreten von starken Allergiesymptomen», sagt Gehrig weiter.

Vögel singen früher

Auswirkungen zeigt das warme Wetter aber nicht nur auf die Ausgestaltung der Pollenflüge. Auch die Vogelwelt ist davon betroffen. Während einige Vogelarten die Schweiz wegen des warmen Winters erst gar nicht verliessen, bereiten einem andere schlaflose Nächte. «Einige Arten begannen dieses Jahr schon relativ früh mit Singen und Balzen», erklärt Stefan Bachmann, Mediensprecher vom Schweizer Vogelschutz SVS/Bird Life Schweiz. Der Zeitpunkt hänge dabei von Tageslänge und Witterung ab. Da der diesjährige Januar und Februar relativ mild war, singen auch einige Vögel früher. «Ungewöhnlich ist dies jedoch nicht», sagt Bachmann.

Vogelgezwitscher in der Nacht

Der nächtliche Gesang, welchen man immer häufiger zu hören bekommt, stammt von den Rotkehlchen und der Nachtigall. Laut Bachmann sind dies «aber die einzigen Vögel, welche in der Nacht zu hören sind. Insbesondere bei den Rotkehlchen ist es nicht ungewöhnlich, dass sie sehr früh im Jahr und auch nachts singen», erklärt Bachmann.

Kurzstreckenzieher blieben in der Schweiz

«Einige Arten wie Stare, Zilpzalp oder die Mönchsgrasmücke überwinterten wegen des milden Klimas vermehrt in der Schweiz», erklärt Bachmann. Diese Vögel waren also etwas früher vor Ort, da sie nicht erst aus dem Süden hierher fliegen mussten. «Die Langstreckenzieher hingegen kommen meist auf den Tag genau», sagt Bachmann weiter. Diese kommen auch nicht früher als in anderen Jahren.

Bessere Fitness

Da der Winter im Mittelland schneefrei und mild war, sind die Vögel wohl etwas fitter, sagt Bachmann. Auch sei die Mortalität anfälliger Vogelarten geringer als in härteren Wintern. So sterben jedes Jahr viele Eulen und Greifvögel. Laut Bachmann «starten dieses Jahr die Vögel aber mit einer guten Kondition in ihr Brutgeschäft».

Der Frühling bleibt abzuwarten

Auswirkungen, welche das milde Wetter auf die Vogelwelt hat, bleiben abzuwarten. «Entscheidend ist das Wetter während der Nestlingszeit», sagt Bachmann. Für die Langstreckenzieher ergeben sich Probleme, wenn sie die Schweiz erst dann erreichen, wenn die Raupenphase der Insekten schon vorüber sei. Bei einem sehr warmen Jahr seien auch die Raupen früher. Die Vögel sind dann zu spät. «Ob das dieses Jahr so eintrifft, kann aber noch nicht gesagt werden, da es ja vielleicht noch eine Kaltphase geben wird», erklärt Bachmann. Das Wetter im Winter sei hingegen für viele Insektenarten nicht so entscheidend, da sie dann inaktiv überwintern und auch Kälte ertragen würden.

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt