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400 Millionen für Zürcher Glasfasernetz

Die Mehrheit des Zürcher Stadtparlaments will in Zürich flächendeckend ein Glasfasernetz. Einzig die SVP sprach sich dagegen aus.

Das Zürcher Stadtparlament will es sich leisten: Ein flächendeckendes Glasfasernetz in Zürich.
Das Zürcher Stadtparlament will es sich leisten: Ein flächendeckendes Glasfasernetz in Zürich.
Keystone

Das Zürcher Stadtparlament hat am Mittwoch klar mit 92 Ja- zu 23 Nein-Stimmen einem 400-Millionen-Franken-Kredit für ein flächendeckendes Glasfasernetz in Zürich zugestimmt. Einzig die SVP war dagegen. Das Stimmvolk hat das letzte Wort.

Für die Befürworter ist die Notwendigkeit «ganz klar unbestritten». Ein Glasfasernetz gehöre in die Grundausstattung des Service Public wie früher das Telefon, sagte ein Sprecher der CVP. Gemäss EVP soll Zürich führend bleiben im IT-Bereich. Die FDP verglich das Glasfasernetz mit einer Strom- respektive Wasserleitung. Eine gute und pragmatische Lösung sei in Griffweite und erst noch schneller und günstiger als ursprünglich angenommen, sagte die SP- Sprecherin. Ein Rückzug wäre ein immenser Verlust.

Die SVP hingegen befürchtet mit dem vorgelegten Projekt ein finanzielles Debakel. Das Geschäftsmodell sei viel zu optimistisch, die Zahl der Anschlüsse, die verkauft werden könnten, werde überschätzt, sagte ein SVP-Sprecher. Ein solches Modell funktioniere nur im ganz grossen Stil.

SVP will Glasfasernetz verkaufen

Ein Glasfasernetz könnten gemäss SVP auch Private bauen. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (EWZ) solle sich darauf konzentrieren, was es könne: Energie beschaffen. «Jetzt ist der Zeitpunkt günstig, aus dem Projekt auszusteigen und das bestehende Glasfasernetz zu verkaufen», sagte der SVP- Sprecher weiter. Das Stadtparlament lehnte eine entsprechende SVP- Motion aber deutlich ab.

Das Glasfasernetz in der Stadt Zürich hat eine lange Vorgeschichte: Im März 2007 hiessen die Stimmberechtigten der Stadt Zürich einen Rahmenkredit von 200 Millionen Franken mit deutlicher Mehrheit gut. Damals lag aber eine Kooperation mit Swissscom noch in weiter Ferne. Auch war vorgesehen, nur einen kleineren Teil der Gebäude in Zürich zu erschliessen.

2010 ging die Stadt Zürich mit der Swisscom dann eine Kooperation ein: Statt zwei parallele Glasfasernetze soll nun ein einziges, gemeinsames erstellt. Bis Ende 2019 sollen rund 240'000 Endkundinnen und -kunden erschlossen werden. Das EWZ erschliesst dabei rund 75 Prozent der Stadt, Swisscom rund 25 Prozent. Swisscom investiert dafür rund 300 Millionen.

(SDA)

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