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28,5 Millionen Franken für «Schweizer Musikinsel»

Auf der Insel Rheinau soll ein Hotel mit 128 Betten entstehen. Christoph Blocher schiesst dafür 20 Millionen Franken ein.

Nach über zehn Jahren soll sie wieder belebt werden: Die Insel Rheinau.
Nach über zehn Jahren soll sie wieder belebt werden: Die Insel Rheinau.
Keystone

Die vorberatenden Kantonsratskommissionen geben für das Projekt «Schweizer Musikinsel Rheinau» grünes Licht. Das Projekt sei eine gute Chance, nach über zehn Jahren wieder Leben auf die Klosterinsel zu bringen.

Die Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) beantragt dem Kantonsrat deshalb, dem 28,5-Millionen-Franken-Kredit zuzustimmen und die für den Umbau nötige Richtplanänderung zu genehmigen.

Wie die KBIK am Dienstag mitteilte, fiel der Entscheid zugunsten des Projektes einstimmig aus. Auch die Mitglieder der Planungs- und Baukommission unterstützen das Vorhaben, weil sich die vorhandene Baustruktur gut für die neue Nutzung eignet und keine grösseren Eingriffe an den historischen Gebäuden nötig sind.

Linke und Grüne haben Zweifel am Betriebskonzept

In den Sitzungen der beiden Kommissionen gab es allerdings auch kritische Stimmen. Wie KBIK-Präsident Ralf Margreiter (Grüne, Zürich) auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda erklärte, wurden vor allem von linker und grüner Seite Zweifel laut, ob das Betriebskonzept überhaupt funktioniert, also ob es genügend Nachfrage nach Proberäumen gibt und genügend Einnahmen erwirtschaftet werden.

Einige Mitglieder hätten sich auch nach einer Ausstiegs-Strategie erkundigt und danach, wie ein Verlust für den Kanton vermieden werden könnte. Andere wiederum regten an, dass der Kanton oder die Gemeinde Rheinau Einsitz im Stiftungsrat nehmen soll. Dies ist bis jetzt nicht der Fall.

Auch in baulicher und planerischer Hinsicht gab es Kritik, so etwa, dass ein vorbildliches Energiekonzept fehle, sagte Margreiter weiter. Bemängelt wurde auch, dass man es verpasst habe, rechtzeitig ein verbindliches Erschliessungs- und Parkierungskonzept vorzulegen.

Trotz der vielen offenen Fragen beurteilen beide Kommissionen das Projekt als sinnvoll. Wichtig sei vor allem, endlich einen ersten Schritt zur Wiederbelebung der Klosterinsel machen zu können.

Christoph Blocher zahlt 20 Millionen

In der ehemaligen psychiatrischen Klinik soll ein günstiges Hotel mit 64 Zimmern und insgesamt 128 Betten realisiert werden. Dazu kommen 16 Proberäume für Orchester, Musikgruppen und einzelne Musiker. Von diesem neuen Angebot sollen vor allem Laien- und Teilzeitmusiker profitieren. Läuft alles nach Plan, soll das Probezentrum im Juni 2014 den Betrieb aufnehmen.

Der Kanton ist bereit, die Kosten für den Umbau und die Instandhaltung zu übernehmen. Für den Ausbau beantragt die Stiftung Musikinsel Rheinau beim Lotteriefonds zudem einen Betrag von 5,6 Millionen Franken. Nationalrat Christoph Blocher schiesst weitere 20 Millionen ein.

Seit dem Auszug der psychiatrischen Klinik vor elf Jahren stehen die Gebäude leer. Weil sich die Gebäude in einem schlechten Zustand befinden, verursacht die Renovation erhebliche Kosten. Besonders ins Gewicht fällt dabei der Ersatz der haustechnischen Anlagen, die noch aus den 1970er und 1980er Jahren stammen.

SDA/pia

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