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1.-August-Raketen lassen Feinstaubwerte explodieren

Das Feuerwerk zum Nationalfeiertag verschlechtert die Luftqualität drastisch. Wo im Kanton Zürich die Feinstaub-Belastung am höchsten war.

Feuerwerk lässt die schädlichen Feinstaubwerte hochschnellen: Hier am Züri-Fäscht 2016. (Bild: Sabina Bobst)
Feuerwerk lässt die schädlichen Feinstaubwerte hochschnellen: Hier am Züri-Fäscht 2016. (Bild: Sabina Bobst)

Bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegt der Feinstaub-Grenzwert im Tagesmittel. Dieser wurde gestern im Kanton Zürich zwar nicht erreicht, aber am Abend schossen die Werte vielerorts für ein paar Stunden nach oben, am deutlichsten in der Stadt an der Rosengartenstrasse. Über 141 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter wurden dort um 21 Uhr gemessen – fast das Dreifache des gesundheitlich unbedenklichen Tagesmittelwerts.

Schuld an der Feinstaub-Belastung sind die vielen Raketen und anderen Feuerwerkskörper, welche die Zürcherinnen und Zürcher zur Feier des Nationalfeiertags zündeten. Sie enthalten sogenannte Effektsätze mit Metallverbindungen, die für das Licht- und Farbspektakel sorgen. Laut dem Zürcher Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft (Awel) bilden sich beim schnellen Abbrennen des pyrotechnischen Pulvers deshalb nicht nur Gase in Form des Schadstoffs Schwefeldioxid, sondern auch Metalloxide und -chloride, die in fester Form als Feinstaubpartikel die Luft verschmutzen.

Wie die Daten des offiziellen Portals Ostluft.ch für acht Schweizer Kantone zeigen, registrierten gestern Abend auch alle anderen Messstationen in und um Zürich zeitweise hohe Werte. In der Stadt stieg die Feinstaubkonzentration bei der Kaserne, der Stampfenbachstrasse und Schimmelstrasse auf 65 bis 84 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. In Horgen, Weiningen, Opfikon und Dübendorf wurden jeweils über 80 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Dass die Belastung nicht noch höher ausfiel, lag am Regen.

Doch selbst in der Stadt Winterthur, über die ein heftiges Gewitter zog, wurde die Luft am Abend durch eine erhöhte Feinstaubkonzentration verschmutzt. Die Messstation in Veltheim registrierte um 22.30 Uhr über 102 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter, diejenige an der St. Gallerstrasse eine Stunde vorher sogar fast 105 Mikrogramm.

Insgesamt etwa fünf Stunden lang lag die Belastung an der St. Gallerstrasse in Winterthur über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter. Bei kalten Temperaturen wären die Schwebeteilchen noch länger in der Luft geblieben, was durchaus gesundheitsschädlich sein kann. Die Feinstaub-PM10-Partikel sind kleiner als ein Hundertstelmillimeter, können bis in die Lungenbläschen vordringen und die Wahrscheinlichkeit von Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis, von Krebs oder von Herz-Kreislauf-Problemen erhöhen. Problematisch ist das laut dem Bundesamt für Umwelt aber vor allem für Menschen mit Atemwegsbeschwerden. Gesunde Personen haben dagegen kaum gesundheitliche Auswirkungen zu befürchten, weil der Normalzustand nach wenigen Stunden wieder erreicht ist.

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