18'000 Tonnen gespart

Der Zürcher Winterdienst hat dieses Jahr sehr viel weniger Salz gestreut als in der letzten Saison. Bei den Kosten sieht es anders aus.

Müssen im Winter über 1600 Kilometer Strassen eisfrei halten: Salzstreuwagen im Kanton Zürich.

Müssen im Winter über 1600 Kilometer Strassen eisfrei halten: Salzstreuwagen im Kanton Zürich.

(Bild: Keystone)

Der Winter neigt sich dem Ende zu. Nachdem das Auftausalz im letzten Jahr rege genutzt worden war, hatte der Winterdienst des kantonalen Tiefbauamtes Zürich dieses Jahr einiges weniger an Salz zu streuen. Stattdessen wurden Frühjahrsarbeiten vorgezogen.

Auch wenn der Winter sich nochmals zurückmelden sollte, sagt Thomas Maag, Mediensprecher der Zürcher Baudirektion: «Grundsätzlich handelt es sich um einen unterdurchschnittlichen Winter.» Deshalb ist bereits im März klar: In dieser Saison wird wenig Salz auf Zürichs Strassen gestreut.

«Bis zum heutigen Tag wurden rund 8000 Tonnen Salz gestreut», sagt Maag. «Dies auf den 1328 km Kantonsstrassen und 321 km Autobahnen, für welche das kantonale Tiefbauamt verantwortlich ist.» Im Vergleich zum letzten Jahr ist diese Menge sehr gering.

Damals wurden 26'000 Tonnen Salz gestreut. Während des Rekordwinters hatten die Mitarbeiter der Zürcher Winterdienste auch einige Überstunden zu leisten. «Während eines durchschnittlichen Winters werden ungefähr 13'000 Tonnen Salz benötigt», sagt Maag.

Kosten konnten eingespart werden

Laut Maag «kostet ein Durchschnittswinter das Tiefbauamt für den Unterhalt der Strassen circa 18 Millionen Franken». Der Winterdienst wird durch rund 250 Personen ausgeführt. Diese setzen sich aus eigenen Leuten und Externen zusammen, welche bei externen Transport- und Bauunternehmen arbeiten. «Diese Firmen erhalten jedes Jahr eine pauschale Entschädigung. Darüber hinaus wird jeder Arbeiter auf die Stunde vergütet.»

Für diesen Winter bedeutet dies also Einsparungen, da der Winterdienst weniger oft ausrücken musste. Derzeit kann Maag zwar lediglich eine Prognose wagen, wie viel tiefer die Kosten ausfallen werden. Sie sinken auf jeden Fall nicht so stark wie der Salzverbrauch. «Drei bis vier Millionen Franken weniger», schätzt Maag. «Solche Schwankungen in den Ausgaben sind jedoch nicht ungewöhnlich.»

Die eigenen Mitarbeiter des Tiefbauamtes wurden aber anders eingesetzt. So konnten beispielsweise Wanderwege instand gesetzt werden oder mit der Grünpflege schon früher begonnen werden. «Diese Arbeiten müssen sowieso gemacht werden. Dieses Jahr konnten wir einfach früher damit beginnen», sagt Maag.

Unterschiedliche Winterverhältnisse

Ein grosses Problem im Kanton Zürich sind die unterschiedlichen Winterverhältnisse. Laut Maag «sind konstant tiefe oder konstant hohe Temperaturen weniger schädlich für die Strassenbeläge. Hat eine Region aber mit täglichen Temperaturschwankungen zu kämpfen, besteht die Gefahr, dass Schmelzwasser in die Strassenbeläge fliesst, sich da ausdehnt und dies zu Schlaglöchern führt.»

Auch wenn der Winter uns dieses Jahr grösstenteils mit der eisigen Kälte verschont hat, wurden die nächtlichen Kontrollfahrten durch den Winterdienst gemacht. In den Nächten sanken die Temperaturen oft unter den Gefrierpunkt. Dadurch war Glatteis möglich, und der Winterdienst rückte aus. «In den tieferen Lagen war davon zwar nicht viel zu erkennen. Auf dem Albis oder im Zürcher Oberland waren die Schneepflüge doch öfters im Einsatz», sagt Maag weiter.

Die Bedingungen in Zürich sind nicht mit solchen in den höher gelegenen Regionen zu vergleichen. In diesem Jahr waren im Raum Zürich zudem sehr viel weniger Risse und Schlaglöcher in den älteren Strassenbelägen zu erkennen. «Auch bei einem erneuten Wintereinbruch wären kaum grössere Schäden zu erwarten», so Maag.

Der Salzvorrat, welcher nicht gebraucht wird, kann gelagert werden. «Salz hat zum Glück kein so rasches Verfallsdatum», sagt Maag. «Wir müssen im Sommer einfach weniger nachbestellen als in den vergangenen Jahren.» Der Grundsatz beim Salzstreuen lautet aber immer: «So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig.» Denn wenn es um Sicherheit geht, gebe es keine Kompromisse, so Maag.

DerBund.ch/Newsnet

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