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Zuerst kein Kandidat, nun aber zwei

Bruno Twerenbold kandidiert für die SVP für den Gemeinderat Schönenberg. Die FDP tritt mit Willi Schilling an. Beide Parteien haben ihre Kandidaten am Donnerstagabend nominiert.

Von Elio Stamm und Daniela Haag Schönenberg – Während der offiziellen Nominierungsfrist fanden weder FDP noch SVP einen möglichen Nachfolger für die weggezogene Finanzvorsteherin Andrea Briner (parteilos). Nun, etwas mehr als einen Monat vor der Ersatzwahl, nimmt das Kandidatenkarussell doch noch Fahrt auf. Die Ortssektionen von FDP und SVP nominierten je einen Kandidaten. Die Stimmberechtigten verwenden für die Wahl am 13. Februar trotzdem einen leeren Wahlzettel. Dies, weil die Wahlvorschläge nach der Nominierungsfrist eingingen, die am 7. November abgelaufen ist. Geistige Herausforderung Die FDP steigt mit Willi Schilling ins Rennen. Er sei ein versierter Mann mit Führungserfahrung und Sozialkompetenz, sagt FDP-Präsident Hanspeter Sihler. Der 65-jährige Schilling wohnt seit 27 Jahren mit seiner Familie in Schönenberg. Er arbeitete bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2009 bei der Feller AG in Horgen, zuerst als Konstruktionsingenieur, später als Ausbildungs- und Personalleiter. Der FDP-Kandidat engagierte sich nebenamtlich in den Bereichen Ausbildung, reformierte Kirche, Arbeitgeberverband und war Mitglied der Gleichstellungskommission des Kantons Zürich. «Politik hat mich immer interessiert», sagt Schilling. Er hätte aber nebst Beruf und Familie keine Zeit dafür gefunden. Diese habe er jetzt. Zudem fehle ihm nach seiner Pensionierung eine geistige Herausforderung. «Ich übernehme gerne Verantwortung und fälle gerne Entscheide.» Motivation für eine Kandidatur sei, der Gemeinde zu helfen und seine Erfahrung einzubringen. Die SVP nominierte Bruno Twerenbold. Angefragt für eine Kandidatur hatte ihn SVP-Präsident Christian Schulthess. «Mir ist Twerenbold aufgefallen, weil er schon zweimal an einer Gemeindeversammlung aufgestanden ist», sagt Schulthess. Dies und die Art, wie er gesprochen habe, hätten ihm imponiert. Der 60-jährige Twerenbold ist verheiratet und wohnt seit 30 Jahren in Schönenberg. Er ist Informatiker und Betriebsökonom und war als Kadermitglied in Versicherungs- und Informatikunternehmen tätig. Twerenbold möchte im Falle seiner Wahl dafür sorgen, dass die Gemeinde Schönenberg mehr aus ihrem Potenzial macht: «Die Finanzen müssten optimal verwaltet und eingesetzt werden.» Das sei bisher nicht der Fall gewesen. Er möchte beim Steuerfuss ansetzen. Es brauche eine Gesamtplanung und eine Vision, sagt er. Am Herzen liege ihm auch die Kultur. Twerenbold wurde an der Parteiversammlung in die SVP aufgenommen; er war parteilos und früher FDP-Mitglied. Sowohl Schilling wie auch Twerenbold begrüssen, dass es am 13. Februar zu einer Kampfwahl kommt. «Die Bürger brauchen eine Wahlmöglichkeit», sagt Schilling. Twerenbold hält fest: «Das belebt den Wahlkampf. Der Souverän entscheidet.» Die SVP ist heute mit zwei, die FDP mit drei Mitgliedern (inklusive Schulpräsident) im Gemeinderat vertreten; zwei sind parteilos. Fritz Lusti scheut Altlasten Es sieht zurzeit nicht so aus, als würden neben dem FDP- und dem SVP-Kandidaten noch weitere Schönenberger antreten. Auch Fritz Lusti nicht, der im September noch mit einer Kandidatur geliebäugelt hatte. Der 54-jährige Landwirt war bei den Wahlen im vergangenen März angetreten. Er erreichte zwar das absolute Mehr, fiel aber als überzählig aus der Wahl. Lusti, der aus der SVP austrat, weil er sich mit der nationalen Partei nicht mehr identifizieren konnte, begründet seinen Verzicht auf eine Kandidatur mit seiner Arbeitsbelastung im eigenen Betrieb, vor allem aber mit den Geschehnissen in Schönenberg. «Diese Gemeinde hat viele Altlasten, die einen immer wieder einholen, egal wie gut man arbeitet.» Er wolle seine Energie lieber seiner Familie und seinen Enkeln widmen.

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