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Zürichs Antwort auf Kriegstöne

Verkehrstechnisch sei der Bezirk Meilen gut bedient. Das hält die Regierung auf Anfrage dreier SVP-Kantonsräte vom See fest.

Zürich/Meilen. - Die SVP-Verkehrspolitiker vom See fühlen sich von der Stadt bedroht. «Kriegserklärung in der Verkehrspolitik an die Landbezirke» heisst eine Anfrage der Kantonsräte Adrian Bergmann (Meilen), Theres Weber (Uetikon) und Claudio Zanetti (Zollikon). Das Gefühl, vernachlässigt zu werden, hat Tradition. Doch während im Stäfner Handel des 18. Jahrhunderts die politische Forderungen stellenden Seebuben mit Kanonen zur Räson gebracht worden sind, läuft die Sache heutzutage etwas gesitteter ab - eben zum Beispiel mit Anfrage an den Regierungsrat und Antwort.

Die drei Politiker hegen den Verdacht, die Stadtzürcher Tiefbau-Vorsteherin Ruth Genner (Grüne) strebe eine «Einigelung» an. Grund dafür ist eine Ausschreibung, der entnommen werden könne, die Einfallsachse Utoquai solle von drei auf zwei Fahrspuren reduziert werden. Zudem betreibe die Stadt eine «aggressive verkehrsfeindliche» Politik. Bergmann, Weber und Zanetti drohten gar kriegerisch mit Strassensperren, um den Stadtzürchern die Ausflüge aufs Land zu erschweren. Von der Regierung wollten sie unter anderem wissen, ob diese die «Behinderungen bei den Zu- und Wegfahrten» abzubauen und den Bezirk Meilen besser ans Netz der Autobahnen anzubinden gedenke.

Seetunnel bleibt Utopie

Der Regierungsrat hält in friedlichem Ton fest, der Bezirk Meilen sei aufgrund seiner geografischen Lage weniger gut an das Autobahnnetz angeschlossen als andere Gebiete. Verbesserungen könnten die im Richtplan eingetragenen Tunnels bringen: Wehrenbachtobel (Zollikon-Balgrist), Adlisberg (Tiefenbrunnen-Zürichberg) und Stadt (Dübendorf-Hauptbahnhof-Brunau) beziehungsweise See (Dübendorf-Tiefenbrunnen-Brunau).

Weil es sich um Bundesstrassen handle, sei Bern zuständig. Der Bund sieht diese Projekte jedoch weder heute noch in Zukunft vor. Weiter schreibt die Regierung, die Verbindungen des öffentlichen Verkehrs aus dem Bezirk Meilen in die Stadt Zürich lägen betreffend Reisezeit «im vorderen Mittelfeld». Zudem werde ab 2013 mit der neuen S 20 auf der Strecke Hardbrücke-Hauptbahnhof-Meilen-Stäfa die schrittweise Einführung des Viertelstundentaktes möglich. (rab)

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