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«Wir haben Silber gewonnen, nicht Gold verloren»

Mit Jürg Ebnöther (Gibswil-Ried) stellte Zürich am Eidgenössischen Schützenfest in Aarau den besten Schützen. Im Ständematch war Bern aber etwas besser.

Mit Heinz Bolliger sprachJean-Pierre Costa Heinz Bolliger, die Zürcher Ausbeute war beim Ständematch mit zweimal Gold, dreimal Silber und einmal Bronze ansprechend. Mit je drei Gold- und Bronzemedaillen löste Bern Zürich als erfolgreichstes Team aber ab. Sind Sie als Chef der Zürcher Mannschaft enttäuscht? Nein. Ich bin zu lange im Sport engagiert und weiss, wie schnell alles kippen kann. Und Grund, enttäuscht zu sein, besteht eigentlich auch nicht. Klar wollten wir das Resultat vom Eidgenössischen Schützenfest in Frauenfeld vor fünf Jahren, als Zürich fünfmal Gold und je einmal Silber und Bronze herausschoss, bestätigen. Das ist uns nicht ganz gelungen, wir sind jedoch hinter Bern der zweitbeste Stand – auch das darf sich sehen lassen. Mit etwas mehr Wettkampfglück wäre die Bestätigung möglich gewesen. Sie sprechen damit die vierten Plätze in drei Kategorien an. Ganz klar. Einer meiner Leitsätze lautet: Erfolg ist zu 95 Prozent planbar, die restlichen 5 Prozent sind Glücksache. Das zeigte sich auch diesmal in Aarau. Drei vierte Ränge sind viel, vor allem fehlte jeweils nur wenig für einen Podestplatz, wie zum Beispiel beim 300-m-Nachwuchs-Dreistellungswettbewerb, wo lediglich drei Punkte fehlten. Es hätten also leicht drei Medaillen mehr sein können. Da spürt man dennoch etwas Wehmut heraus. Überhaupt nicht. Ich bin mit dem Erreichten sehr zufrieden. Wir haben mit dem zweitbesten Ergebnis aller Kantone Silber gewonnen, nicht Gold verloren. Natürlich ist es nach den Wettkämpfen immer leichter, auf Versäumtes hinzuweisen. Doch auch die Gegnerschaft war nicht aus Pappe. Haben Sie sich als Hauptverantwortlicher etwas vorzuwerfen? Ich bin mir keiner Fehler bewusst. Wir haben alle unsere Möglichkeiten ausgeschöpft. Das Konzept stimmte, auch die Betreuung war sehr gut. Vielleicht war aber die hohe Erwartungshaltung im Umfeld zu gross. Das gehört aber zum Leistungssport, mit Druck muss man umgehen können. Die Messlatte war durch die guten Trainingsergebnisse bei einigen Athleten ebenfalls hoch angesetzt. Für mich ist aber klar: Wer nicht fordert, fördert nicht. Auch wenn der Sport weiterhin die schönste Nebensache der Welt bleiben sollte. Mit Jürg Ebnöther und dem Winterthurer Marcel Ochsner erreichten gleich zwei Zürcher Schützen den Schützenkönigs-Ausstich über 300 m. Die Qualität im Kanton ist vorhanden. Das darf man getrost behaupten, und ich bin sehr stolz auf die Leistung der beiden in der Königsdisziplin. Allein schon unter die besten acht vorzustossen, bedarf einer Top-Leistung, geschweige denn, den Final der besten drei mit gleich zwei Mann zu erreichen. Sie haben in Aarau bereits zum dritten Mal die sportliche Verantwortung getragen. Denkt man mit 68 Jahren daran, kürzerzutreten? Daran habe ich in keinem Moment gedacht. Mein Blick ist bereits auf das Jahr 2015 und das kommende Eidgenössische Schützenfest im Wallis gerichtet. Welche Schlüsse ziehen Sie aus dem Eidgenössischen in Aarau? Wir müssen den Wettkampf zunächst abschliessend analysieren. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass wir in Zukunft regelmässiger Zusammenzüge in den vier kantonalen Stützpunkten organisieren. Wir müssen vermehrt auf die Karte Trainingsgemeinschaften statt auf Einzeltraining setzen.

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