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Was die CVP mit Uriella verbindet

Gesehen & gehört Nach den Sportferien hat der Wahlkampf endgültig begonnen – in viereinhalb Wochen wird der Kantonsrat neu gewählt. Und das spürt man im Rathaus auf Schritt und Tritt. Heute beispielsweise findet im Löwen Meilen ein humoristisches Politpodium statt, für das die Parteivertreter rund um den See fleissig üben. Blocher-SchwiegersohnRoberto Martullo will als singender Postbote auftreten, undClaudio Zanetti (SVP, Zollikon) übte gestern einen Song unter dem Titel «Losed Si Frau Küenzi, richtig wähle müenzi». Zur Melodie der CVP-Hymne «We are family» schmettere ApothekerLorenz Schmid (Männedorf) den Gassefäger «CVP, mir vertrete – universelli Werte». Da stänkerteMarco Camin (FDP, Zürich): «Das behauptetUriella auch.» * Claudio Zanetti war gestern allerdings leicht zerknirscht. Sein liebstes Spielzeug funktioniert nicht mehr – zumindest zu Hause. Weil in Zollikon eine Natel-Antenne abgebaut wurde, hat er dort keinen Empfang mehr. Zanettis Reklamation bei der Swisscom ergab einen Monat Gratistelefonieren sowie den Gratistipp: «Im Freien sollte Telefonieren weiterhin möglich sein.» Zanettis Reaktion: «Als Nächstes verteilt die Swisscom Wolldecken.» * Während der Rat über ein Handyverbot an Schulen debattierte (siehe Seite 19), telefonierte einer der eifrigsten Befürworter des Postulats fleissig selber – mitten im Ratssaal. Die Argumente vonHans Peter Häring (EDU, Wettswil): Handys stören Unterricht und Gespräche und dienen zur Weitergabe von Pornografie. Für sich aber nahm er eine Ausnahmeklausel in Anspruch. Weil EDU-ParteisekretärDaniel Suter krank ist, muss Häring den Wahlkampf organisieren. Und gab so direkt aus der Handydebatte den Auftrag an die Druckerei für die Wahlprospekte. Diese sind garantiert nicht anstössig. * Proper und korrekt ist auch ein anderer christlicher Politiker: CVP-FraktionschefPhilipp Kutter pflanzte in Wädenswil Stellwände mit seinem Wahlplakat in die Wiese vis-à-vis des SVP-Stammlokals «Neubüel». Bis ihn der Wirt darauf aufmerksam machte, dass das SVP-Land sei. «Ich habe die Bewilligung», antwortete Kutter – und hatte doppelt recht. Er hat sowohl die Erlaubnis des Bauern als auch jene des Stadtpräsidenten. Letzterer ist er schliesslich selbst. * Der Fall von SVP-KantonsratHeinrich Frei, der seine Steuern im Steuerparadies Winkel zahlt, aber in Kloten wohnt, sorgte für Gesprächsstoff.Peter Reinhard (EVP, Kloten) verlangt nun von der Stadt Kloten genaue Abklärungen und eine allfällige Nachforderung der entgangenen Steuern. Die SVP ihrerseits ging zum Gegenangriff über. FDP-KantonsratUrs Lauffer politisiere in Zürich, wohne aber im steuergünstigeren Steinmaur. «Falsch», konterte Lauffer. Er wohne und arbeite in Zürich, zahle hier auch seine Steuern und weile nur am Wochenende in Steinmaur.Ruedi Baumann

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