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Von sexuellen Übergriffen war nicht die Rede

Die Ustermer Kirchenpflege und die Ausbildungsstätte für Katecheten bestreiten die Mobbing-Vorwürfe einer Religionslehrerin.

Von Lorenzo Petrò Uster – Die Übergriffe, die der Religionspädagogin der katholischen Kirche Uster angeblich zum Verhängnis wurden, sind nicht sexueller Natur. «Davon war nie die Rede», sagt Aschi Rutz, Leiter Kommunikation des Synodalrates. Vielmehr sei der katholischen Kirchenpflege Uster zugetragen worden, dass die Unterrichtslehrerin ein Problem mit Nähe und Distanz zu ihren Schützlingen habe. Es gehe um das Umarmen und Trösten von Kindern. Dass Fiorella Palermo tatsächlich einen unüblich undistanzierten Stil pflegt, lässt sich von ihren eigenen Aussagen ableiten: Sie sei eine von ihnen geworden, sagt sie über ihre Zeit mit den Oberstufenschülern. Ihre Schützlinge scheinen ähnlich zu fühlen, sie haben Partei für ihre Lehrerin ergriffen und vergangene Woche gegen ihre Entlassung demonstriert.Die Kirchenpflege Uster hat Palermo aber nicht wegen solcher Hinweise gekündigt, sondern weil die Mutter von fünf Kindern nicht wie vereinbart die Ausbildung zur Katechetin abschliessen will, sagt Kirchenpflegepräsident Wolfgang Hüsler. Palermo hat die Abschlussprüfung zur Katechetin mit Fachausweis im ersten Anlauf nicht bestanden. Sie selbst sagt, das sei nicht passiert, weil sie eine schlechte Schülerin sei, sondern weil jemand aus der Pfarrei bei der Ausbildungsstätte interveniert und sie der sexuellen Übergriffe auf Schüler bezichtigt habe. Kirchenpflege ohne Einfluss Ein solcher Hinweis sei nie bei der Fachstelle für Religionspädagogik eingegangen, sagt deren Leiterin, Uta-Maria Köninger. Auf die Bewertung der Unterrichtskompetenzen habe der Arbeitgeber, in diesem Fall die Kirchgemeinde Uster, grundsätzlich keinen Einfluss. Vielmehr habe Palermo in einem theoretischen Teil der Abschlussarbeit, bewertet von vier Lehrpersonen, nicht überzeugt. Das Angebot der Fachstelle, die fehlenden Kompetenzen nachzuholen oder gegen den Prüfungsentscheid zu rekurrieren, lehnte Palermo ab. Köninger bezeichnet es als Herausforderung, aber auch als Bereicherung für die Fachstelle, dass jeder, der sich dazu berufen und fähig fühlt, den dreijährigen Ausbildungsgang zur Katechetin antreten könne. Unter den Auszubildenden seien sowohl ehemals Berufstätige als auch Hausfrauen und Mütter. Mehrheitlich sind es Frauen. Es komme immer wieder vor, dass einzelne Auszubildende die für einen Abschluss geforderten Leistungen nicht erfüllten. Um möglichst früh festzustellen, ob jemand geeignet ist, werde seit 2011 ein standardisiertes Aufnahmegespräch geführt. Den Kirchgemeinden steht es frei, auch Lehrpersonen ohne Fachausweis anzustellen.

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