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Von Maria Zachariadis

Besucher können im Dorfmuseum Hombrechtikon historische Accessoires an- und einen Kartoffelschäler oder eine Buttermaschine ausprobieren.

Von Maria Zachariadis Hombrechtikon – Nähen auf einer Tretmaschine der Marken Singer oder Pfaff, kochen auf einem Holzherd von anno dazumal, von Hand im Freien einen Baumstamm zersägen oder mit einem alten Hobel in der Scheune die Späne fliegen lassen: Die neue Ausstellung im Stricklerhuus, die am Samstag, 30. April, eröffnet, besteht aus Sammlungsstücken, für die das Etikett «Bitte nicht anfassen!» nicht gilt. So wünschen es die Vorstandsmitglieder von Pro Hombrechtikon, die für die wechselnden Ausstellungen im Dorfmuseum zuständig sind. «Es ist doch aufregender», sagt Barbara Krause auf einem Rundgang durchs Haus, «dabei zuzuschauen, wie mit der alten Buttermaschine aus Glas der Rahm so lange von Hand gerührt wird, bis daraus feste Butter wird.» Oder herauszufinden, ob der kompliziert aussehende, manuell betriebene Schälapparat, der an der Tischkante befestigt wird, wirklich Kartoffeln und Äpfel von ihrer Schale zu befreien vermag. Alle Aktivitäten werden beaufsichtigt. Sie sind auf verschiedene Wochenenden verteilt, an denen das Ortsmuseum geöffnet ist.Auf den verschiedenen Stockwerken sind auch Dinge ausgestellt, die beim blossen Anschauen faszinieren. So erinnert die Verdunkelungslampe bei dem schweren Nostalgievelo, dass im Krieg alle Fahrzeugbeleuchtungen mit blauer Farbe überdeckt werden mussten. Auch die Trommel des 1989 verstorbenen Ernst Widmann ist ein verstummter Zeuge aus Kriegszeiten: Es heisst, dass der Hombrechtiker am 1. 9. 1939 mit dem Weibel durchs Dorf geschritten sei und trommelnd den Kriegsausbruch und die Mobilmachung verkündet hätte. Widmann hat als Tambour 1908 die Harmonie Hombrechtikon mitbegründet. Elektromobile aus Feldbach Auch der Name des Zürcher Mechanikers und Erfinders Johann Albert Tribelhorn (1868–1925) ist mit Hombrechtikon verbunden. Er gilt als Pionier des Elektromobils und wäre heutzutage mit seinen umweltschonenden Fahrzeugen im Trend. Um 1905 richtete er seine Fabrik für die Herstellung von Akkumulatoren für kurze Zeit im Gebäude der ehemaligen Bierbrauerei Hürlimann in Feldbach ein. Eine Vielzahl von Fahrzeugen verliess die Feldbacher Fabrik, etwa ein elegantes Dreirad-Cabriolet (Bilddokument). Tribelhorns Personenwagen wurden am Automobilsalon in Genf und an der Landesausstellung 1914 in Bern gezeigt, wo er mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde. Zu dieser Zeit verkehrten etwa 129 Elektromobile und 17 Lastwagen seiner Marke in der Schweiz. Der weitsichtige Erfinder versuchte sogar, Elektrizitätswerke, Garagen und Hotels davon zu überzeugen, öffentliche Ladestationen einzurichten. Am Sonntag, 1. Mai, wird ein DVD-Film über Tribelhorns Elektrofahrzeuge gezeigt. Ausstellung «Kunterbuntes aus dem Fundus» im Dorfmuseum Stricklerhuus, Langenrietstrasse 6 in Hombrechtikon. Vernissage: Samstag, 30. April, 14 Uhr. Öffnungszeiten (14 bis 17 Uhr). Sonntag, 1. Mai: Schätze aus dem Fundus entdecken. 4./5. Juni: Nähen auf der Tretnähmaschine/Holzbearbeitungen. 2./3. Juli: Mode im Fotostudio. 3./4. September: Interviews: Amalie Halter und andere. 1./2. Oktober: Kochen auf dem Holzherd/Holzbearbeitungen.

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