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Von Ines Rütten

Trotz Bombendrohung hat Weiach am Freitagabend die Gemeindeversammlung abgehalten. Höhere Steuern akzeptierten die Weiacher nicht.

Von Ines Rütten Weiach – Unter Polizeischutz stimmten die Weiacher am letzten Freitag über Steuerfuss und Budget ab. Grund war die schriftliche Bombendrohung, die am Morgen bei der Verwaltung eingegangen war. Der Drohung lag ein Artikel des «Zürcher Unterländers» zur geplanten Steuererhöhung von 8 Prozent auf 95 Prozent bei. «Wer sich unwohl fühlt, darf natürlich gehen», sagte Gemeindepräsident Paul Willi zu Beginn der Gemeindeversammlung. Doch die Weiacher blieben. Denn die geplante Steuererhöhung löste auch bei ihnen viel Unmut aus. «Weiach ist schon unattraktiv» «Keiner von uns hat dieses Jahr mehr Lohn erhalten, aber mehr Steuern sollen wir zahlen», beschwerte sich eine Bürgerin, «dabei gibt es hier nichts, keine Apotheke, keinen Bahnhof im Dorf, keine Post und nur einen Supermarkt.» Weiach sei sowieso schon unattraktiv – ein höherer Steuerfuss mache es noch schlimmer, meldeten sich andere. Fakt ist jedoch, dass es um die Finanzen der Gemeinde schlecht steht. Die Erträge sind in den letzten Jahren stark gesunken, die Kosten jedoch gestiegen. Reagiert wurde nicht. Das Eigenkapital schrumpft zudem jährlich und liegt bei 4,4 Millionen Franken. Der neue Gemeinderat müsse nun die Misswirtschaft seiner Vorgänger ausbaden, sagte Paul Willi: «Eine Korrektur ist dringend nötig, um die Lage wieder zu stabilisieren.» Eigentlich hätte der Steuerfuss seit 2005 stetig steigen sollen. Aber erst 2009 habe man ihn um 2 Prozent angehoben. Doch das reiche bei weitem nicht – darum sei jetzt ein grosser Sprung nötig. Mit diesem könne man «das Schiff wieder auf Kurs bringen». Weiach liege zudem mit dem neuen Steuerfuss von 95 Prozent noch im tiefen Bereich. Kein Stichentscheid möglich «Das ist doch Schwarzmalerei», meinte ein Weiacher. «Die sagen, dass es rundum noch schlimmer ist, um mehr Geld von uns zu bekommen.» Nach der Abstimmung zum Voranschlag stand das Ergebnis 33 zu 33 Stimmen. Ein Stichentscheid durch den Präsidenten war nicht möglich, denn er hatte seine Stimme bereits abgegeben. Nun muss der Gemeinderat Anfang nächsten Jahres an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung ein überarbeitetes Budget vorlegen.

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