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Von Andrea Söldi

Der Trägerverein für das Bülacher Kulturzentrum will sich auflösen. Damit bleiben dem Guss 81-80 beträchtliche Geldbeträge versagt. Der Betrieb obliegt neu der Stadt.

Von Andrea Söldi Bülach – Die Vereinsmitglieder des Bülacher Kulturzentrums Guss 81-80 erhalten dieser Tage Post vom Vorstand. Auf den 16. September werden sie zur ausserordentlichen Generalversammlung eingeladen. Wichtigstes Traktandum ist die Auflösung des Vereins. Nachdem das Stimmvolk am 13. Juni die Erhöhung des städtischen Betriebsbeitrags von 30 000 auf 116 000 Franken abgelehnt hat, sehe der Vorstand keine Alternative zur Schliessung, schreibt er an die Mitglieder. Die Leistungsvereinbarung mit der Stadt Bülach hat er deshalb bereits gekündigt und alle Mitarbeitenden auf Ende Oktober entlassen. «Es ist uns klar, dass viele von Ihnen noch immer nicht recht glauben wollen, dass jetzt zerstört wird, was unser Verein sieben Jahre lang mit so viel Arbeit, Geld und Know-how aufgebaut und getragen hat», so der Vorstand weiter. Geldquellen versiegen Aus dem Brief geht zudem hervor, dass das Kulturzentrum wohl demnächst mit zusätzlichen Geldern hätte rechnen können: Aus dem Lotteriefonds stand ihm ein Beitrag von 260 000 Franken in Aussicht; dieser wäre für die Erneuerung der Ton-, Licht- und Videoanlage, von Tischen und Stühlen, für einen Spielplatz sowie die Neugestaltung der Umgebung verwendet worden – gemäss Vorstandsmitglied Maria Eisele äusserst nötige Investitionen. Das Guss 81-80 hatte im letzten Oktober beim Lotteriefonds des Kantons Zürich ein Gesuch eingereicht. Im Juli informierte der Regierungsrat Zentrumsleiter Markus Kick, dass aufgrund der negativen Volksabstimmung zum jetzigen Zeitpunkt auf eine Beitragsgewährung verzichtet würde. Erst wenn die Zukunft des Zentrums geklärt ist, kann ein neuer Antrag gestellt werden. Zudem hatte das Guss gute Chancen, von den kantonalen Betriebsbeiträgen an regionale kulturelle Institutionen zu profitieren. Im Januar hatte der Regierungsrat entschieden, Zentren mit regionaler Ausstrahlung mit jährlichen Betriebsbeiträgen zu unterstützen. Nach ersten telefonischen Abklärungen von Markus Kick hätte das Guss 25 000 bis 30 000 Franken erhalten. Um von den Beiträgen zu profitieren, muss eine Institution seit mindestens drei Jahren bestehen und eine klar definierte Trägerschaft haben. Mit einem Betreiberwechsel dürfte das Guss die Anforderung also vorderhand nicht erfüllen. Für die Stadt Bülach, die bis 2104 weiterhin für Miete und Unterhalt der Räume aufkommen muss, bedeutet die Kündigung des Vereins zudem einen Verlust von ehrenamtlichem Engagement, Know-how und Vereinsbeiträgen in der Höhe von rund 30 000 Franken jährlich; so viel steuerten bis anhin die rund 350 privaten und kollektiven Mitglieder bei. Dazu kommen nochmals rund 30 000 Franken, die die Mitglieder des «Tausenderclubs» spendeten. Ob die unabhängigen Sponsoren und Mäzene auch mit der Stadt so grosszügig sein werden, ist äusserst ungewiss. Die Vermietung der Räume übernimmt künftig das Departement Märkte, Plakatwesen und Veranstaltungen, das gemäss Leiter Daniel Spühler «nicht überdotiert» ist. Stadt hat Pläne Angesichts all dieser Gelder, die dem Guss nun entgehen, ist es fraglich, ob Bülach in Zukunft tatsächlich günstiger fahren wird. An der Gemeinderatssitzung vom 6. September will Stadtpräsident Walter Bosshard über die Pläne für das Guss informieren. Dass das Engagement des Vereins nun ein Ende nimmt, bedauert er. Aber der Stadtrat habe keinen finanziellen Handlungsspielraum über den jährlichen Betriebsbeitrag von 30 000 Franken hinaus, den der Verein bisher erhalten hat, sagt Bosshard. Und eine neue Leistungsvereinbarung mit einem Betriebsbeitrag zwischen 30 000 und 116 000 Franken auszuarbeiten, würde viel Zeit in Anspruch nehmen. «Wir haben den Volksentscheid zu respektieren», so Bosshard.

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