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Viel Aufwand für ein Tier

Meilen – Ein klassischer Unfall auf alten Bauernhöfen: der Sturz ins Güllenloch. Und oft endet er tödlich. Nur knapp ist diesem Schicksal ein Pferd am Sonntagabend in Meilen entronnen. In einer mehr als dreistündigen Rettungsaktion gelang es der Stützpunktfeuerwehr Meilen zusammen mit dem Grosstierrettungsdienst, das unterkühlte und verletzte Tier aus fünf Metern Tiefe zu hieven. Das Pferd hatte Glück im Unglück: «Das alte Güllenloch war mit Schmutzwasser und nicht mit Gülle gefüllt, sodass Pferd und Helfer Luft zum Atmen hatten», sagt Peter Bösch, Sprecher der Feuerwehr. Das Pferd drohte jedoch in seinem nassen Gefängnis zu ertrinken. Beim Sturz hatte es sich an alten Eisenrohren eine Fleischwunde am Hals zugezogen, die stark blutete. In Panik schwamm das Tier um sein Leben, strampelte und zog sich weitere Schürfwunden an den Vorderbeinen zu. Es gelang ihm jedoch, auf einem der Rohre seinen Kopf ruhig zu halten. So konnte die Feuerwehr dem Tier ein Halfter anlegen und es mit einem Seil vor dem Untergehen sichern. Mit sechs Pumpen leerte sie das Wasserreservoir, was eineinhalb Stunden dauerte. Viel Aufwand für ein Tier Bevor der Tierrettungsdienst das sedierte Tier aus der leer gepumpten Grube heben konnte, mussten die alten Rohrleitungen abgetrennt werden. Endlich befreit, versorgte der Tierarzt die Wunden des Pferdes. Eine vorgewärmte Bluttransfusion stabilisierte seinen Kreislauf. «Viel Aufwand für ein Tier», sagt Bösch, der dies als Pferdebesitzer jedoch gut nachvollziehen kann. «Es besteht schliesslich eine emotionale Bindung zum Tier.» Zudem handle es sich beim verunglückten Tier um ein nicht gerade billiges Sportpferd. Bösch schätzt dessen Überlebenschancen als gut ein. Ebenso Céline Blaser vom Tierrettungsdienst. Das Tier sei um Mitternacht auf eigenen Beinen gestanden und wurde, im gewärmten Pferdeanhänger stehend, zur Beobachtung ins Tierspital gebracht. (lop)

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