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Uitikon hat ein Nagelhaus – und macht ein Angebot

Die Stadt Zürich wollte das Nagelhaus nicht. Jetzt ist ein anderes aufgetaucht.

Von Jürg Rohrer Uitikon – In der Volksabstimmung vom 26. November 2010 lehnten es die Zürcherinnen und Zürcher ab, 5,9 Millionen Franken für den Nachbau eines chinesischen Holzhauses auszugeben. Das Gebilde am Escher-Wyss-Platz wäre Kunstwerk und Restaurant in einem gewesen. Nagelhäuser sind solitäre, alte Bauten, die Widerstand leisten, indem sie einer neuen Überbauung nicht weichen. Das bedeutet auch, dass Nagelhäuser zäh sind. Und so tauchte das Nagelhaus kurz nach der Abstimmung in Zürich tatsächlich wieder auf: auf der Waldegg nahe der Kreuzung Birmensdorfer-/Zürcherstrasse. Nicht mehr als chinesisches Holzhaus, sondern in Gestalt eines Hühnerstalls. Auch dieses Nagelhaus sei ein Symbol für den Widerstand, sagt Hans Keller, dem der Hühnerstall gehört. Er besitzt zudem das Haus nebenan. Es ist etwa 80 Jahre alt und führte mit seinem Usego-Laden ein Schleckwarenparadies für Generationen von Uitikoner Schulkindern. Auch Hans Keller, 1945 geboren und in Uitikon aufgewachsen, hat dort genascht und nicht zuletzt aus Nostalgiegründen das Haus vor ein paar Jahren gekauft. Für ihn ist es ein Teil von Alt-Uitikon, der eigentlich unter Denkmalschutz gestellt gehörte. Doch der Kanton wollte es abreissen, weil es dem neuen Trottoir im Wege stand. Keller wehrte sich – «wie die Chinesen» –, und siehe da: Für das Trottoir fand sich ein Plan B. Das Haus kann stehen bleiben und wird demnächst renoviert. Das widerspenstige Hühnerhaus ist allerdings kein echter Uitikoner, sondern stammt aus Wettswil vom abgebrochenen Gasthaus Adler. Dort baut Architekt Keller Eigentumswohnungen. Er ist durchaus bereit, sein Nagelhaus an die Stadt Zürich abzutreten. Und da gegen das Nagelhaus am Escher-Wyss-Platz ja vor allem finanzielle Gründe vorgebracht wurden, würde er nur die Transportkosten in Rechnung stellen.

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