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Swissair aus der Schachtel

Von der Musikdose bis zur Menükarte für den Papst – Hans Glanzmann sammelt alte Swissair-Utensilien. Ab diesem Wochenende zeigt er seine Erinnerungsstücke im Dorf-Träff Opfikon.

Von Heinz Zürcher Opfikon – Dem Klischee eines besessenen Sammlers entspricht Hans Glanzmann nicht. In der Galerie des Dorf-Träff in Opfikon, wo er bis 6. Februar seine Swissair-Souvenirs ausstellen wird, steht ein gut gebräunter Mann, dem man seine 53 Jahre nicht geben würde. Als strotze er vor Kraft bis in die Haarspitzen, ragen die Fransen weit von seinem Kopf. Umso lockerer geht Glanzmann mit seinem Hobby um, dem Sammeln von alten Swissair-Erinnerungsstücken. Die Stofftüchlein mit dem alten Logo, die Aschenbecher, die Feuerzeuge und Brieföffner: Wie viele er davon besitzt und wann sie von der damals florierenden Airline an ihre guten Kunden verteilt wurden – darüber führt Glanzmann weder Buch, noch stellt er sie bei sich zu Hause aus. «Das liegt alles in einem Hobbyraum in Schachteln verpackt», sagt er. «Ich will bei mir daheim kein Museum. Da wird gewohnt, wie es sich gehört.» Von einer Musikdose inspiriert Nun aber sollen die Fundstücke an die Öffentlichkeit. Unter dem Titel «Swissair-Souvenir – in memoriam 10 Jahre Grounding» präsentiert Glanzmann vorwiegend Gegenstände, die noch das klassische Logo mit dem pfeilartigen Flieger tragen. Zu seinen wertvollsten Stücken zählt er eine Menükarte, die für Papst Johannes Paul II. für den Flug von Buochs nach Sitten gedruckt wurde. Gerne zeigt er auch seine Musikdosen. Die Anhänger mit Melodien wie «Yankee Doodle», «Parlez-moi d’amour» oder «Summ, summ, summ, Bienchen summ herum» bekamen die gut zahlenden Passagiere je nach Destination überreicht. Eine dieser Musikdosen war es, die ihn zum Sammeln inspirierte. Geschenkt bekam er sie von seinem Vater, der als Konditor bei der Schweizer Airline arbeitete und «wohl so oft wie kein zweiter Angestellter vom Flugrabatt für das Swissair-Personal profitierte». Von seinen zahlreichen Reisen kam sein Vater mit Farbstiften von Caran d’Ache, liebevoll gestalteten Schokoschachteln von Lindt oder anderen Andenken zurück. Das Problem «Retro» Wie breit die Produktpalette der nationalen Fluggesellschaft einst war, verdeutlichen allein die zahlreichen Taschen, die an der Schau von der Decke hängen. «Ich bin überzeugt, dass es noch mehr Modelle gibt», sagt Glanzmann. Dies festzustellen, sei aber schwierig. «Ein Katalog wie etwa bei Spielzeugherstellern existiert nicht.» Zudem würden die Taschen zum Teil günstig reproduziert. Zu seinem Leidwesen oft so originalgetreu, dass der Unterschied kaum nachweisbar sei. Über den Wert seiner Stücke spricht Glanzmann ungern. «Ich will auch gar nicht wissen, wie viel mich mein Hobby bis heute gekostet hat.» Für eine Rarität würde er aber selten mehrere Hundert Franken ausgeben. Eine Anstellung bei der Airline habe er nie angestrebt, sagt Glanzmann, der seit über 20 Jahren beim Migros-Genossenschafts-Bund arbeitet. Seine Sammlung erweiterte er an Flohmärkten oder durch Kontakte aus der Airlinebranche. Manches Stück hat er von ehemaligen Swissair-Mitarbeitern erhalten. Vieles hat er von der Auktion, bei der nach dem Grounding der Swissair so mancher Zeitzeuge verscherbelt wurde. www.opfikon.ch/kultur/dorf-träffRRRR Hans Glanzmann besitzt Swissair-Taschen in zahlreichen Variationen.Foto: Johanna Bossart

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