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Sulzer meistert die Krise mit BravourSulzer hat die Krise gekonnt gemeistert

Schon 2007 hat Sulzer-Chef Ton Büchner mit einem Ab- schwung gerechnet und eine Neuausrichtung gestartet.

Von Andreas Flütsch Er habe mit seiner Führungscrew bereits 2007 ein Fünfpunkteprogramm gestartet, um die absehbare «Verlangsamung» der Konjunktur aufzufangen. «Wir haben seither konsequent daran gearbeitet, uns operativ zu verbessern», sagte Ton Büchner gestern, «darum steht Sulzer heute so stark da.» Als andere Industriefirmen ab Herbst 2008 auf den von der Finanzkrise ausgelösten Bestellungseinbruch reagierten, lief Sulzers Neuausrichtung auf vollen Touren. Büchner, seit 2007 Chef von Sulzer, konnte das Management dafür gewinnen, die nahende Krise als Gelegenheit zu nutzen, die Effizienz des Winterthurer Industriekonzerns über die «gesamte Wertschöpfungskette» auf ein völlig neues Niveau zu heben. Prozesse wurden bis ins Kleinste optimiert, mit einem Teil der eingesparten Mittel die Innovation vergrössert und beschleunigt, der Konzern stärker auf das Servicegeschäft fokussiert. Gleichzeitig verlagerte Sulzer den Fokus auf Wachstumsregionen wie Asien und Südamerika. Diese trugen 2010 bereits 42 Prozent zum Umsatz bei. Topleistung für wenig Geld All dies selbstredend bei steigendem Gewinn. Er messe seine 550 Manager «sehr stark» daran, dass sie die Rendite des Betriebsvermögens (ROCE) stetig erhöhten, sagte Büchner. Dank dem Fitnessprogramm stieg der ROCE-Wert 2010 im mehrheitlich spätzyklischen Konzern um 3,3 auf 28,1 Prozent. Obwohl der Umsatz der grössten Division, den Pumpen, 13,5 Prozent einbrach. Im höheren Betriebsergebnis sind 57 Millionen aus Immobilienverkäufen enthalten. Sulzer ist gut gerüstet für den Aufschwung. Die spätzyklischen Märkte Öl, Gas und Energie sollen sich 2011 zumindest stabilisieren. Und im Automobil- und Flugzeugbau, in der Papier- und Zellstoffindustrie dürfte das Geschäft weiter anziehen. Nun sollen sich die antizyklischen Investitionen auszahlen. «Wir haben sehr viel Geld für Innovation ausgegeben in der Krise», sagt Büchner, «und können jetzt, wo wir aus dem Tief herauskommen, den Kunden eine Fülle neuer Produkte anbieten.» In vier Jahren hat Sulzer zudem 14 Akquisitionen für 600 Millionen Franken gemacht und ist dennoch fast schuldenfrei. Gemessen an dieser Leistung sind die Bezüge der Sulzer-Spitze – knapp 2,6 Millionen für Büchner und 644 000 Franken für den Präsidenten Jürgen Dormann – eher bescheiden.

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