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Studenten springen als Lehrer von Sechstklässlern ein

Küsnachts Schulpflege findet auf dem ausgetrockneten Markt für zwei 6. Klassen keine ausgebildeten Lehrer.

Von Marius Huber und Simona Triet Küsnacht – Hoffen und bangen war alles, was die Eltern von mehreren Dutzend Küsnachter Primarschülern in den vergangenen Tagen tun konnten. Gleich zwei Klassen standen vor dem 6. Schuljahr, in dem es um den richtungsweisenden Übertritt in die Oberstufe geht, ohne Lehrer da (TA vom 5. 7.). Zwei Wochen vor den Ferien habe man per E-Mail erfahren, dass es noch immer keinen Ersatz gebe, erzählt die Mutter eines der Kinder. Sie habe seither ein ungutes Gefühl gehabt. Jetzt, zu Beginn der Sommerferien, kann die Küsnachter Schulpflege immerhin eine Teilentwarnung geben: Zwar gibt es für Sechstklässler des Schulhauses Itschnach noch immer keine Lösung, dafür aber für jene im Schulhaus Goldbach: Zwei Studierende der Pädagogischen Hochschule, die sich im letzten Ausbildungsjahr befinden, übernehmen laut der neu gewählten Schulpflegepräsidentin Danièle Glarner (FDP) die Klasse im Tandem. Eine Notlösung, wie sie die Bildungsdirektion mit Blick auf den akuten Lehrermangel neuerdings erlaubt. «Eine Chance» Glarner ist dennoch zuversichtlich, eine solide Wahl getroffen zu haben. Sie spricht von einer «Chance», da es sich bei den beiden nicht um blutjunge Studenten handle, sondern um einen Mann und eine Frau mit einiger Lebenserfahrung. Es zeigt sich allerdings, dass man in Küsnacht Mühe bekundet, die beiden Stellen neu zu besetzen. Eine 6. Klasse zu übernehmen, gilt in Lehrerkreisen als undankbare Aufgabe – vor allem an der Goldküste, wo viele Eltern ihr Kind am Ende der Primarschule unbedingt im Gymnasium sehen wollen. Wer die Wahl hat, heuert daher lieber woanders an. Dass die Schulpflege keine fertig ausgebildeten Lehrer gefunden hat, passt in dieses Bild. Die nun präsentierte Lösung hat die Eltern der Goldbacher Kinder nicht gerade begeistert, wie sich an einem Informationsabend kurz vor Ferienbeginn gezeigt hat. Einige machen sich grosse Sorgen um die Zukunft ihres Kindes: Können unerfahrene Lehrer, welche die Schüler erst kennen lernen müssen, deren Fähigkeiten im Hinblick auf den Übertritt richtig einschätzen? Das Vertrauen ist offensichtlich noch nicht da. Wechsel an Privatschulen? Danièle Glarner beteuert, die Bedenken und Ansprüche der Eltern ernst zu nehmen. Aber man müsse solchen Lösungen jetzt eine Chance geben. Die verpflichteten Studenten würden während des kommenden Schuljahres stark unterstützt. Sie beteuert zudem, die Schulpflege habe sich die Suche nicht leicht gemacht: «Wir wollten nicht einfach irgend jemanden anstellen.» Dasselbe gelte auch für Itschnach: Hier sei man weiter mit Hochdruck daran, eine gute Lösung zu finden. Glarner hofft, dass bis dahin nicht zu viele Kinder wegen der Ungewissheit an Privatschulen wechseln, damit die Klasse erhalten bleibt. Im gesamten Bezirk Meilen waren gestern noch acht Lehrerstellen ausgeschrieben; im Kanton Zürich sind es etwa 150.

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