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Streit um Blairs Millionen

So oder so hätte er sich bitterer Kritik ausgesetzt, meint Chris Simpkins, Generaldirektor der Royal British Legion. Hätte die britische Soldatenhilfe die grösste Spende ihrer Geschichte abgelehnt, wäre sie von Kriegsverwundeten zu Recht gefragt worden, warum sie ihnen dringend nötige Hilfe vorenthalte. Nahm sie die Spende an, setzte sie sich dem Verdacht aus, dem Spender ein reines Gewissen verschaffen zu wollen: Von «Blutgeld» ist inzwischen schon die Rede. Der mit seiner milden Gabe solche Aufregung auslöste, war wieder einmal – Tony Blair. Ganz überraschend hatte der Ex-Premier vorige Woche erklärt, er wolle allen Erlös aus seinen Memoiren der British Legion zukommen lassen für den Bau eines Rehabilitationszentrums für Soldaten aus dem Irak- und dem Afghanistan-Krieg. Die Memoiren sollen am 1. September unter dem Titel «A Journey» (Eine Reise) erscheinen. Sie haben Blair bereits eine Vorabzahlung von über 6 Millionen Franken eingetragen. Eigentlich müsste eine solche Summe die Soldatenhilfe freuen. Doch Simpkins weiss, dass viele seiner Landsleute Blair verdächtigen, sich selbst Absolution erteilen zu wollen für die blutigen Folgen «seiner» Kriege. Simpkins besteht darauf, dass die Annahme der «äusserst grosszügigen» Spende «absolut kein Einverständnis mit den Aktionen Blairs als Premierminister» bedeute. Man werde kein Gebäude nach Blair benennen und habe ihm auch keine Eröffnungsfeier angeboten. Blair hat wissen lassen, dass er schlicht «den Mut und die Opferbereitschaft» britischer Soldaten ehren wolle. Dem Verkauf des Buchs dürfte die Spendenaktion jedenfalls nicht schaden. Peter Nonnenmacher, London

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